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STADT STATT LAND?
Von Angie Reinhardt
Sie lieben den Sound der Metropole, krachende Gitarren, schnelle Breakbeats und eleganten Funk. Sie leben in Großstädten im Sektor. Sie proben in einem stahlgrauen Bunker im Düsseldorfer Industrieviertel Lierenfeld. David, Anjo, Martin und Jan sind "Inpaticula" - und sie hauen euch ein satt geschrammeltes Gwen-Stefani-Cover um die Ohren. Hört selbst!
Wer hoch hinaus will, muss tief runter - "Inpaticula" proben im Bunker.
Als 1LIVE die Band in ihrem Proberaum im Keller eines Bunkers besuchte, hatten die Jungs in der Nacht davor bis zum Morgengrauen an ihrem Gwen-Stefani-Cover getüftelt. So wie viele Nächte davor. Perfekter Sound? Eine Frage der Ehre.
Stadt statt Land? Wer klingt besser? | |
|---|---|
| 1. Kein Ort bringt mehr Rock 'n' Roll auf die Beine. Die Stadt hat meine Stimme! "Inpaticula" rockt. | 61,1% |
| 2. Mit Lunge, Luft und Liebe. Das Land lässt's krachen. Meine Stimme für das Blasensemble der Musikschule Mettmann. | 38,9% |
Jan ist der agilste der Vier: Alles geht bei ihm schnell - reden, bewegen, Fotos machen. Recht ungewöhnlich für ein Nordlicht. In Rendsburg geboren, kam er zum Tontechnik-Studium an den Rhein. Und blieb: "Ich fühle mich total wohl hier." Jan lacht viel und gern - doch beim Thema Musik wird er ernst, da ist er Perfektionist: "Wir haben das Stück letzte Nacht bis fünf Uhr früh aufgenommen, dann waren wir fertig - musikalisch und psychisch."
Anjo ist der "ruhende Pol" der Gruppe, sagen seine Bandkollegen. Und sie haben Recht: Der Drummer trommelt so, wie andere meditieren. Maximal entspannt. Selbst beim schnellsten Fill-in haben seine Bewegungen etwas Kontemplatives. Liegt's daran, dass er früher Kirchenmusik gemacht hat? Anjo schweigt. Und grinst.
Inpaticulas Gitarrist Martin nimmt sich Zeit. Er ist der Typ "stiller Denker", der lieber mit seiner Gitarre experimentelle Klangwelten erforscht, als viele Worte zu machen. Was nicht heißt, er habe keine Meinung: Nö, bekannte Düsseldorfer Bands sieht er kaum als Vorbild. Die Hosen? Für ihn "Proll-Rock". Er hält sich lieber an Jimmy Eat World, Bloc Party und Death Cab for Cutie.
"Cholerisch" könne er sein, frotzeln seine Bandkollegen. Kaum zu glauben, im Gespräch gibt sich David so sanft wie ein Lämmchen. Ein Trick? Mit babyblauem Augenaufschlag beteuert er, sein Lieblingssänger sei Schmusebarde Barry White - um wenig später die schmutzigste Reibeisenlache loszulassen, die je südlich der Ruhr zu hören war. David ist Duisburger. Er ist Polizist. Und er ist ein verdammt guter Frontmann.
Stand: 03.07.2007
