Skiplinks / Sprungmarken


On Air

Benne Schröder; Rechte:

Benne Schröder




Sie befinden sich hier:Link: WDR.deLink: 1LIVELink: MagazinLink: Das Aids-ABC - Teil 1 (A-P)


Magazin | Extras

Das Aids-ABC - Teil 1 (A-P)

Was du über HIV und Aids wissen solltest

Von Insa Moog

Über HIV und Aids sind viele Halbwahrheiten und Vorurteile im Umlauf. Ist Aids nun eigentlich heilbar und bedeutet die Diagnose "Viruslast unter der Nachweisgrenze" auch, dass jemand nicht mehr ansteckend ist? Wie stehen die Chancen, als HIV-positive Frau ein "negatives" Baby zur Welt zu bringen? Was hat Syphilis mit HIV zu tun, wie lang muss man warten, um einen HIV-Test machen zu lassen und kann man sich beim Tätowieren infizieren? Die Antworten gibt's im 1LIVE-Aids-ABC.

Blutkonserven, Rechte: ddpBild vergrößern

Hohes Infektionsrisiko bis Mitte der 80er Jahre: Ungetestete Blutkonserven

A wie Aids

Aids ("Aquired Immune Deficiency Syndrome " = "erworbenes Immunschwächesyndrom"; Syndrom = Komplex verschiedener Symptome) ist das Endstadium einer HIV-Infektion. Im Stadium Aids ist das körpereigene Abwehrsystem (auch Immunsystem) so schwach, dass es zu schweren, zum Teil lebensbedrohlichen Infektionen und Tumoren kommt.

C wie Chemische Rauschmittel (Drogen)

Beim Spritzen von Drogen sollte zur Vermeidung einer Ansteckung mit HIV ausschließlich eigenes Spritzbesteck verwendet werden - und zwar nur bei sich selbst. Mittlerweile werden auch an öffentlichen Stellen sterile, also keimfreie Spritzen ausgegeben.

D wie Deutsche Aids-Hilfe e.V. (DAH)

Die Deutsche Aids-Hilfe wurde 1983 in Berlin gegründet und ist seit 1985 ein gemeinnütziger Dachverband für über 130 örtliche Aids-Hilfen in Deutschland. Die Aids-Hilfe ist eine Selbsthilfeorganisation, zu ihren Aufgaben zählen: Planung und Durchführung bundesweiter Informations- und >Präventionsmaßnahmen; Initiierung und Förderung der Selbstorganisation von Menschen mit HIV/Aids; Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Informationsmaterialien; Koordinierung und Erfahrungsaustausch zwischen den örtlichen Aids-Hilfen, Veranstaltungen sowie die politische und soziale Interessensvertetung auf Bundes- und internationaler Ebene. Die DAH wird projektbezogen aus öffentlichen Mittel (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) und über Spenden finanziert. Über die Telefonnummer 0180-33-19411 erreicht man deutschlandweit die nächstgelegene Vertretung der örtlichen Aids-Hilfe.

Graffito in Südafrika, Rechte: dpaBild vergrößern

Warnungen an Hauswänden: Aids-Epidemie in Südafrika

E wie Epidemie

Eine Epidemie bezeichnet eine ansteckende Massenerkrankung, die teilweise zeitlich und örtlich begrenzt in besonders starkem Maße auftritt. In anderen Teilen der Welt sind HIV und Aids sehr viel stärker verbreitet als bei uns und haben dort bereits Epidemie-Status erreicht. Besonders betroffen sind die südlich der Sahara gelegenen Regionen Afrikas, einige Länder Asiens, Teile von Süd- und Mittelamerika, auch Osteuropa und Länder der ehemaligen Sowjetunion. Dort haben sich Infektionen mit HIV in den letzten Jahren rapide ausgebreitet. Länder mit hohen HIV-Raten nennt man auch Hochprävalenzländer. Die Gründe sind vielfältig, allen voran die schlechte medizinische Versorgung und mangelnde Aufklärung, weiter soziale, kulturelle und wirtschaftliche Benachteiligung und Armut, Diskriminierung und Aussichtslosigkeit der eigenen Situation hindern in diesen Regionen viele daran, auf ihre Gesundheit zu achten und sich in Risikosituationen ausreichend zu schützen.

F wie Familiengründung

HIV-positive Mütter können mit hoher Wahrscheinlichkeit gesunde Kinder zur Welt bringen, wenn einige Regeln eingehalten werden. Die Mutter nimmt im letzten Drittel der Schwangerschaft virushemmende Mittel, entbindet per Kaiserschnitt und verzichtet auf das Stillen ihres Babys. Das Neugeborene wird in seinen ersten Lebensmonaten ebenfalls mit virushemmenden Mitteln behandelt. 18 Monate nach der Geburt ist eine (HIV-)>Test des Babys aussagekräftig. Durch künstliche Befruchtung können auch HIV-positive Männer Väter gesunder Kinder werden.

G wie gestiegene Neudiagnosen

Die Zahl der erfassten neu diagnostizierten HIV-Infektionen hat in Deutschland zwischen 2001 und 2006 um 81 Prozent zugenommen. Ein Teil des Anstieges der HIV-Neudiagnosen kann dabei sicherlich auf eine verbesserte Erkennung und Erfassung von HIV-Infektionen zurückzuführen sein. Selbsthilfegruppen, Wissenschaftler und Bundesinstitute beobachten aber auch eine gestiegene Sorglosigkeit im Umgang mit HIV. Seitdem bewegt sich die Zahl der Neuansteckungen in Deutschland um 3.000 jährlich, im Jahr 2011 waren es etwa 2.700.

Virusmodell, Rechte: dpaBild vergrößern

Schleust sich in körpereigene Zellen ein: Das HI-Virus

H wie HI-Virus

Der HI-Virus ("Human Immunodeficiency Virus" = "menschliches Immunschwäche/Immundefekt-Virus") befällt die Helferzellen (auch CD4-Zellen oder T4-Zellen genannt) und vermehrt sich in ihnen. Dadurch werden die Helferzellen daran gehindert, andere Zellen des Immunsystems bei der Abwehr von Krankheitserregern zu steuern. Unbehandelt schwächt eine HIV-Infektion das körpereigene Immunsystem nachhaltig, schädigt Organe und kann zu Aids führen. Kurz nach der Ansteckung vermehrt sich das Virus sehr stark. Zwei bis sechs Wochen nach der Infektion treten meist grippeähnliche Beschwerden auf, Betroffene entwickeln Lymphknotenschwellungen, Fieber oder Hautausschläge. Diese Anzeichen gehen aber wieder zurück. In der folgenden Ruhephase kann sich das Virus unentdeckt über Monate oder Jahre ohne äußere Symptome im Körper vermehren und das Immunsystem bereits schädigen.

I wie Impfstoff

Die Entwicklung von Impfstoffen (Vakzine) gegen HIV und Aids befindet sich derzeit noch in der wissenschaftlichen Entwicklungs- und Erprobungsphase. Das Problem: Das >HI-Virus verändert sich ständig. Experten rechnen frühestens in zehn bis 15 Jahren mit der Marktfähigkeit eines Impfstoffes. Unklar ist, ob es jemals einen Impfstoff geben wird, der nicht nur den Krankheitsverlauf günstig beeinflusst - falls man sich erst nach einer Impfung infiziert - sondern darüber hinaus auch wirksam vor einer Ansteckung schützt.

Kondome, Rechte: MauritiusBild vergrößern

Gib Gummi!

K wie Kondome

Egal, ob vaginal, anal, oral: Nur die hauchdünnen Latex-Überzieher für den Penis bieten bei sexuellen Kontakten einen wirksamen Schutz vor HIV und senken das >Risiko einer Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Erregern/Krankheiten. Unbedingt vorher Haltbarkeitsdatum checken und natürlich nur einmal verwenden! Die Ausrede "Latexallergie" zählt übrigens nicht, mittlerweile sind auch Kondome aus anderen, besser verträglichen Kunststoffen wie Polyurethan erhältlich. Wichtig ist auch, nur fettfreie Gleitmittel zu verwenden, da fetthaltige Cremes und Öle das Kondom durchlässig machen können. Ein Gummi lohnt sich immer, denn mit Safer Sex ("sicherem Sex") gibts auch danach ein gutes Gefühl.

L wie Lebenserwartung

Die Lebenserwartung eines HIV-Positiven hängt heute stark davon ab, wie früh die Infektion erkannt wird. Heute gängige Therapien ermöglichen im optimalen Falle 20 bis 30 weitere Lebensjahre mit dem >HI-Virus. Voraussetzung ist, dass der Patient zu den >Medikamenten nur geringe >Nebenwirkungen entwickelt und sein Immunsystem zu Beginn der Therapie weitgehend intakt ist. Bei dem Voranschreiten der Krankheit droht aber weiterhin der Verlust der Arbeitsfähigkeit und damit finanzielle Einbußen.

Medikamente, Rechte: dpaBild vergrößern

1998: Tagesration Pillen eines HIV-Infizierten, heute reichen 2-3 Tabletten

M wie Medikamente

Bis Mitte der 1990er Jahre wurden HIV-Positive mit einer antiretroviralen Monotherapie behandelt. Das eingesetzte Medikament konnte die >HI-Viren an der Einnistung in körpereigene Abwehrzellen nur so lange hindern, bis die Viren Resistenzen entwickelten, also gegen den Wirkstoff unempfindlich wurden. Einen medizinischen Durchbruch brachte erst die antiretrovirale Kombinationstherapie: Die Kombination verschiedener Wirkstoffe dämmt die Vermehrung der Viren deutlich ein und senkt die Wahrscheinlichkeit von Resistenzen. Bei der regelmäßigen Einnahme von derzeit zwei bis drei Pillen am Tag können HIV-Positive unter optimalen Bedingungen einem geregelten Alltag nachgehen. Allerdings müssen die Medikamente dafür wahrscheinlich lebenslang tagtäglich eingenommen werden und können erhebliche Langzeitfolgen haben, die heute noch nicht abschätzbar sind.

N wie Nebenwirkungen

Vielen HIV-Positiven geht es durch die Kombinationstherapie besser, und sie vertragen die >Medikamente gut. Dennoch leiden einige an schwerwiegenden Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schlafstörungen oder sogar Depressionen. Weitere Nebenwirkungen wie Potenz- und Lustverlust oder Durchfälle können das Sexleben stark behindern oder einschränken. Eine andere Nebenwirkung kann die >Umverteilung des Körperfetts sein. Viele haben dann nicht mehr die Möglichkeit, zu einer nebenwirkungsärmeren Therapie zu wechseln, weil einige Medikamente bei ihnen bereits nicht mehr wirken.

O wie Oralverkehr

Wenige wissen, dass auch bei Oralverkehr, also bei sexuellen Kontakten mit dem Mund, eine Ansteckung mit HIV stattfinden kann. Und zwar, wenn HIV-infiziertes Sperma oder Menstruationsblut (bei der Regelblutung der Frau) in den Mund gelangt und dort Verletzungen der Schleimhaut vorhanden sind.

P wie Präventionsmaßnahmen (Vorbeugende Maßnahmen)

Präventionsmaßnahmen, also Aufklärungsmaßnahmen, die einer weiteren Ausbreitung der HIV-Infektion vorbeugen sollen, werden in Deutschland zwischen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ( BZgA) als staatlicher Einrichtung und der Deutschen Aids-Hilfe ( DAH) als Selbsthilfeorganisation aufgeteilt. Während sich die BZgA als staatliche Organisation an die Allgemeinheit wendet (Beispiel Plakataktionen), spricht die Selbsthilfeorganisation Deutsche AIDS-Hilfe die besonders betroffenen und bedrohten Gruppen gezielt und individuell an und orientiert sich in ihren Angeboten direkt an deren Bedürfnissen. Die Aids-Prävention der DAH wird von der BZgA mit finanziert und so die enge Zusammenarbeit beider Bereiche gesichert.

Stand: 01.12.2011

Seite empfehlen:

Über Social Bookmarks

PLAYLIST AKTUELL

Playliste für 1Live
Uhrzeit Interpret und Titel
05:55 Alt-J
Hunger Of The Pine
05:51 Snoop Dogg ft. Charlie Wilson & Justin Timberlake
Signs
05:48 Sam Smith
Stay With Me

Player

Radiogerät; DPA

Webradio

Online 1LIVE hören. [1LIVE Player]

Channels und Podcasts


Ansgar Brinkmanns Kolumne in 1LIVE

Ansgar Brinkmann; dpa / bernd thissen

Der weiße Brasilianer

Bei anderen Sendern heißen die Fußball-Kolumnisten Franz Beckenbauer, Lothar Matthäus oder Oliver Kahn... Die können mit vielen Worten wenig sagen? Brauchen wir nicht! [mehr]


Nerd-Blog

Netzwelt; Hoch Zwei/Philipp Szya

Dennis Horn bloggt

Ihr wollt abgefahrene Neuheiten aus dem Netz? Dann erfahrt ihr es auf unserem "Nerd-Blog". [mehr]


Sendungen

Jason Derulo; WDR/FUXIUS

Stars in 1LIVE

1LIVE holt die bekanntesten Künstler und die besten Newcomer ins Studio. Die Studiogäste im Überblick. [Studiogäste]


TAGESÜBERSICHT
00.00 Uhr01.00 Uhr02.00 Uhr03.00 Uhr04.00 Uhr05.00 Uhr06.00 Uhr07.00 Uhr08.00 Uhr09.00 Uhr10.00 Uhr11.00 Uhr12.00 Uhr13.00 Uhr14.00 Uhr15.00 Uhr16.00 Uhr17.00 Uhr18.00 Uhr19.00 Uhr20.00 Uhr21.00 Uhr22.00 Uhr23.00 Uhr
1LIVE Rocker
Die besten DJ-Sets unserer Residents und ausgewählter Gast-DJs
1LIVE Nacht
Musik und Comedy für den Sektor bei Nacht
1LIVE mit Benne Schröder
Themen der Sendung: 1LIVE Bücher: "Paris ist eine Reise wert", Benne Schröder sucht...Romantik-Kitsch-Hasser, Drive-In Kultur in den USA
1LIVE die Hauda
Themen der Sendung: 1LIVE Fragezeichen: Lohnt es sich zu kämpfen?, Frage an die Suchmaschine: Warum schnüffeln Hunde zwischen den Beinen?
1LIVE Sassenroth
Themen der Sendung: 3-2-1 Die peinlichsten Kanye-Fehltritte, 1LIVE Lovetrain nach Paris: Das Speeddate, Apps für Kontrollfreaks
1LIVE mit Philipp Isterewicz
Themen der Sendung: 1LIVE O-Ton-Charts Spezial: Lovetrain, 1LIVE Elfer, Noob und Nerd: Fantasy Filmfest
1LIVE Shortstory
1LIVE Shortstory: Kurzgeschichten-Lesung mit Musik Geistmaschinen Von Anette Lang Regie: Susanne Krings
1LIVE Fiehe
1LIVE Fiehe: Freestylesendung mit Klaus Fiehe bis 01:00 Uhr

Startseite WDR.de

1LIVE/WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.

© WDR 2014

Impressum