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INTERVIEW
Von Peter Schultz
Oliver Pocher verabschiedet sich vom öffentlich-rechtlichen
Fernsehen. Nach eineinhalb Jahren an der Seite von Harald Schmidt
sagt der Comedian "Tschüss, ARD" und wechselt im
Herbst zurück ins Privatfernsehen. Aber
Öffentlichkeits-Junkie Pocher kann bis dahin nicht vom Medium
Fernsehen lassen. 1LIVE traf ihn beim Dreh für die Actionserie
"Alarm für Cobra 11" in Köln. Dort spielt er in
einer Folge einen verpeilten Verschwörungstheoretiker.
1LIVE: Oliver, du hast dir aber eine ganz schöne Plautze zugelegt. Extra für die Rolle, oder ist das Wohlstandspeck nach "Schmidt & Pocher"?
Oliver Pocher: Ich bin ja Action-Star. Das ist halt Muskel-Masse, die sich aufgebaut hat für dieses Action-Set. Ich habe mich die letzten drei Jahre auf diesen Dreh bei "Alarm für Cobra 11" vorbereitet - jetzt habe ich so eine Riesen-Muskelmasse im Bauch aufgebaut.
1LIVE: Warum hast du die Rolle übernommen? Ist das der direkte Übergang zurück ins "Unterschichtenfernsehen"?
Oliver Pocher: (lacht) Nein. Für mich ist es eine gute Möglichkeit beschäftigt zu bleiben, bevor es dann irgendwann zu Sat1 geht. "Alarm für Cobra 11" passte da noch rein, bevor ich zu Hause sitze und Langeweile habe. Eigentlich war ich echt dran interessiert, irgendwas Actionmäßiges zu drehen und mal durch die Gegend zu laufen, und hinter einem schießen die Leute... Das kannte ich bisher noch nicht so aus dem wahren Leben. Das war eine nette Herausforderung. Es ist in Köln, und mit acht Drehtagen ist es überschaubar.
1LIVE: Es folgen noch zwei Best-Of-Sendungen mit Harald Schmidt. Fällt euch beiden da eigentlich noch was ein, oder hat man sich nichts mehr zu sagen?
Oliver Pocher: Es ist noch genug Futter für diese Woche und auch noch die Woche drauf. Unsere Abschlussvorstellung und die letzte Fahrt wird noch mal zu dem, was wir schon gemacht haben, noch das ein oder andere Kapitel hinzufügen.
1LIVE: In der letzten Sendung werdet ihr gemeinsam durch Köln fahren…
Oliver Pocher: Wer uns kennt, weiß, dass wir uns relativ deutlich im Dialog miteinander beschäftigen, und dass wir keine Gefangenen machen, wenn es darum geht, irgendwelche Leute, Personen, Inhalte offen anzusprechen.
1LIVE: Was hast du aus den 40 Folgen Schmidt & Pocher gelernt? Es hieß ja immer, du bist der Azubi von Harald Schmidt.
Oliver Pocher: Es ist von Azubi bis Altenpfleger ja für jeden etwas dabei. Es war eine super Zeit. Es war von vornherein klar, dass wir das nur eine begrenzte Zeit lang machen. Und jetzt ist es vorbei, und es hat wirklich Spaß gemacht. Ich habe noch mal für mich in den Einspielern, im Stand-Up und mit der Situation, im Fokus der Öffentlichkeit zu stehen, mehr als genug gelernt. Jetzt muss das alleine wieder funktionieren.
1LIVE: Harald Schmidt wird zitiert, er habe öfter Mal Chaos in der Redaktionskonferenz durch ein deftiges "Halt die Fresse, Pocher!" beendet. Stimmt das?
Oliver Pocher: Es ist, mehr oder weniger, eine liebevolle Übertreibung. Dieser Ausdruck ist im Prinzip auch nur ein einziges Mal gefallen, aber dann auch: "Ach, jetzt halt doch mal die Fresse, oder so." Aber das war lustigerweise auch erst vor einer Woche, deshalb war's auch in dem Interview drin. Aber es ist nicht der Standard-Umgangston, dass wir uns mit "Halt-die Fresse-du-doch-auch-leck-mich-erst-recht" unterhalten.
1LIVE: Wie ist dein Verhältnis zu Harald Schmidt? Geht ihr noch mal essen miteinander?
Oliver Pocher: Das gemeinsame Essen gehen ist zu sehen in unserer allerletzten Sendung. Ansonsten sehen wir uns schon in ein paar Wochen beim WDR-Treff wieder. Wir haben ein ganz normales, sehr gutes Verhältnis, wie wir das vorher auch hatten. Wir sind privat jetzt nicht jede Woche grillen gegangen oder so. Da gibt es aber niemanden, mit dem das Harald wirklich macht. Wir haben ein freundschaftliches, berufliches, kollegiales Verhältnis und das wird, glaube ich, jetzt nicht abbrechen.
1LIVE: Kannst du schon was über deine neue Show verraten?
Oliver Pocher: Es ist im Prinzip eine klassische Show mit all den Elementen, die ich immer gerne gemacht habe. Es wird einen Stand-Up vorne geben, es wird Einspieler geben, ich werde Gäste haben, und ich werde diese Gäste mit in die Sendung einbringen. Wir werden diese Sendung aus Köln machen, also weiterhin im Sendegebiet bleiben, oder im Sektor, wie man so schön sagt. Und alles weitere, wann, wie, wo genau, da werden wir uns genau hinsetzten, und zeitnah werde ich wie immer auf ehrliche Art und Weise die Presse drüber informieren.
Stand: 09.04.2009
