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Magazin | Interview

Zwei Stars, zwölf Rollen

Interview mit Tom Hanks und Halle Berry

Von Tom Westerholt

Schauspieler Tom Hanks und Halle Berry, Rechte: Imago

"Cloud Atlas" ist die wohl größte, deutsche Kinoproduktion aller Zeiten: von X-Verleih zu großen Teilen in Potsdam-Babelsberg gedreht und produziert, unter der Regie von Tom Tykwer zusammen mit Andy und Lana Wachowsky inszeniert und mit internationalen Superstars wie Tom Hanks und Halle Berry in den Hauptrollen besetzt. Das Besondere: Dieser Film besteht aus sechs Geschichten, die zwischen dem 19. und dem 24. Jahrhundert zu sechs unterschiedlichen Zeiten spielen. Hanks und Berry spielen also jeweils sechs unterschiedliche Rollen. Wenn das kein Grund ist, über so ein besonderes Projekt mit den beiden Superstars zu sprechen ...

Gemeinsam betreten Halle Berry und Tom Hanks das vereinbarte Hotelzimmer, strahlend und bester Laune, was ich vor allem von Hanks schon länger kenne. Ob es den Kerl überhaupt in einer Schlechte-Laune-Version gibt? Ich denke nicht. Ein Typ, der niemandem mehr irgendwas zu beweisen hat und der sich gerne mit Menschen umgibt. Der sich nah ran setzt und einem das Gefühl gibt, Bock auf Fragen zu haben - und auf die dazu gehörigen Antworten. Jeans, Pullover, Hemd drunter. Die Haare nach hinten geföhnt und ein Schnäuzer, der ihm erschreckend gut steht - sein Aussehen für den nächsten Film, den er bereits dreht. Daneben sie, Halle Berry. Frisch zum "Sexiest Bond Girl Ever" gewählt und offenbar in Tom Hanks Fahrwasser der guten Laune mitschwimmend, machtlos gegen dessen Charisma-Sog. Denn Frau Berry kann auch anders: steif, skeptisch, eher verschlossen. Klingt fies, ist aber so - heute aber nicht der Fall.

1LIVE: Hey Ihr beiden, schön, Euch mal wieder zu sehen!

Tom Hanks: Es ist schön, wieder hier zu sein, Danke!

Halle Berry: Ja, wir haben eben schon gesagt, wir haben es richtig vermisst, wir haben ja einige Zeit für den Film auch in (Potsdam) Babelsberg gedreht und waren viel in Berlin zu der Zeit.

1LIVE: Jetzt habe ich nur ein großes Problem mit "Cloud Atlas": Es ist unheimlich schwer, diese sechs Episoden irgendwie zusammenzufassen: Sie spielen zu sechs unterschiedlichen Zeiten, aber erst alle zusammen ergeben einen Film. Tom, was würdest Du einem Freund auf die Frage antworten, wovon der Film handelt?

Tom: Es geht um Hoffnung, würde ich sagen. Um die Hoffnung, dass es zumindest in jeder Epoche einen Menschen gibt, der zum richtigen Zeitpunkt die richtige Entscheidung trifft. Anstatt Grausamkeit die Freundlichkeit zu wählen, anstelle von Sklaverei die Freiheit zu wählen und so weiter. Ich bin gar nicht mal so sehr ein Optimist, eher ein Pragmatiker und ich gebe die Hoffnung nicht auf. Denn wenn sich jeder von uns nur zu mindestens 51 Prozent dafür entscheidet, etwas Gutes anstatt etwas Bösem zu tun, dann ist das schon ein Sieg der Menschlichkeit.

1LIVE: Ihr hattet es in dieser gigantischen Produktion, in der jeder von Euch beiden sechs Rollen gespielt hat, mit drei Regisseuren zu tun. Selbst für Hollywoodprofis wie Euch: Wie verwirrend ist das?

Halle: Für mich war das im Vorfeld die größte Herausforderung von allen. Ich dachte nur: Das wird doch ein einziges Ziehen und Schieben, ein Hin und Her - aber es war nichts dergleichen. Erst mal sind Lana und Andy (die Wachowsky-Geschwister, Anm. d. Verf.) eh schon eine Einheit, und Tom Tykwer die andere. Und dann sind diese beiden Parteien aber auch noch von Anfang bis Ende wie aus einem Guss aufgetreten. Das war regelrecht beeindruckend - sie haben jeden einzelnen Schritt vorher zusammen geplant, eineinhalb Jahre lang. Und als wir Schauspieler dazukamen, hatten die drei den Film schon komplett in ihren Köpfen. Wann immer wir als Schauspieler also verwirrt waren von dem Hin und Her im Film, waren die drei unsere Ordnung. Das war einfach fantastisch, ich habe mich voll auf sie verlassen.

1LIVE: Tom, was denkst Du, wie das Publikum auf so eine Mammutgeschichte reagieren? Eine, die aus so vielen Einzelteilen besteht und euch in immer neuen Figuren, Kostümen und Masken präsentiert?

Tom: Ich glaube, dass im Kino immer noch das funktioniert, was schon immer im Kino funktioniert hat: das Unerwartete. Ich glaube, die Leute wollen Originalität und nicht den immer selben Einheitsbrei auf der Leinwand. Es wird sicherlich vorkommen, dass Leute in diesem Film sitzen und sagen: Ach guck mal, jetzt ist er der da und sie ist jetzt die da und so weiter. Aber darum geht es letztendlich gar nicht. Die Zuschauer wollen überrascht werden - das will ich, wenn ich einen Film sehe! Egal, ob das ein ansonsten komplett durchstrukturierter, ganz klarer Film ist oder einer wie dieser: Wenn ich auf die Leinwand gucke und beim Abspann denke: Okay, ich habe hier absolut nichts neues gesehen, dann ist es für mich tatsächlich reine Zeitverschwendung gewesen.

Halle Berry, Rechte: imago stock & people

Wer ist die da im Spiegel?

1LIVE: War es denn für Dich, Halle, dann auch was "neues" oder "überraschendes", sechs verschiedene Rollen in einem Film zu spielen?

Halle: Oh ja, so was hab ich ja nun auch noch nie zuvor gemacht. Und es war tatsächlich einer der Gründe, warum ich sofort zugesagt habe mitzuspielen, noch bevor ich überhaupt wusste, auf was ich mich da einlasse. Das war der Reiz, am einen Tag einen uralten Asiaten mit einem mechanischen Auge zu spielen und am nächsten Tag eine weiße, deutsche Jüdin. Oder diese spanische Kratzbürste in den 70er Jahren, das war wirklich ein Riesenspaß. Auch, mir die ganzen Kollegen anzugucken, Tom, Hugh (Grant) und die anderen, wie sich jeden Tag in der Maske in ganz andere Figuren verwandelt haben.

Tom: Und die Verwandlungen waren teilweise so extrem! Da warst Du mitunter vor lauter Maske, Make-Up und Kostüm gar nicht mehr in der Lage Dich frei zu bewegen, das haben wir dann in die Figuren mit einfließen lassen. Es war teilweise extrem gespenstisch, weil Du bei manchen wirklich nicht mehr erkannt hast, welcher Deiner Kollegen, die Du seit Jahren kennst, sich dahinter versteckt hat - völlig irre. Ist mir mit Halle passiert und auch mit Hugo (Weaving).

1LIVE: Und mit Euch selbst? Blick in den Spiegel und gedacht: Wer ist das denn?

Halle: Ernsthaft: ja. Kein Witz. Als ich diesen alten Asiaten gespielt habe, den mit dem Metall-Auge. Ich war einfach komplett weg, nicht mehr da. Und da kann man unsere Maskenbildner nicht genug loben, denn das ist kein CGI oder sonst irgendein Trick gewesen, das ist reine Maskenbildnerei. Meine Tochter hat mich am Set einmal so gesehen und ist total ausgeflippt. Ich konnte sie gut verstehen, das war überhaupt nicht mehr ich.

1LIVE: War es zum Teil auch einfach notwendig, dass ihr alle so viele, unterschiedliche Rollen gespielt habt?

Tom: Du meinst wahrscheinlich, wegen der Geschichte, und der Idee der Wiedergeburt, dass alles miteinander verbunden und verknüpft ist, und man Charaktere wieder erkennt: ja auch. Aber ich sag Dir noch was: Wenn diese ganzen Rollen jeweils von unterschiedlichen Schauspielern hätten gespielt werden sollen, wäre alles im Chaos geendet. Mit fünf, sechs Schauspielern haben wir 30 Figuren gespielt - die hätten ansonsten nicht nur alle einzeln bezahlt werden müssen, sondern ja auch alle Zeit haben müssen. Ein beinahe unmögliches Unterfangen und deshalb im doppelten Sinne "ja"!

1LIVE: Also halte ich fest: Ihr habt jetzt beide mit diesem Film wirklich alles gemacht, was man als Schauspieler so machen kann: Karriere beendet? Macht es nach all den Jahren und all den Erfahrungen immer noch Spaß, vor der Kamera zu stehen und zu spielen?

Halle: Machst Du Witze? Hier neben mir sitzt Tom Hanks!! Wie irre ist das denn? Ich will nichts anderes. Ich habe Freunde und Bekannte, die immer sagen: Danke Gott, endlich Freitag, endlich Wochenende, das tut mir richtig leid. Ich kenne das nicht. In meinem Job ist es völlig egal, wie der Wochentag heißt und mir ist es das auch. Es ist so schade, dass es Menschen gibt, die sich jeden Tag aus dem Bett quälen, weil sie einen Job machen müssen, den sie überhaupt nicht mögen. Ich habe da so ein irres Glück gehabt. (Zu Tom Hanks) Und Du doch wohl auch, oder?

Tom: Montags Morgens, 4.30 Uhr aufstehen zu müssen, um zur Arbeit zu gehen und sich trotzdem wie irre darüber freuen: Das ist unbezahlbar. Ich habe mehr Spaß bei der Arbeit, als überhaupt erlaubt sein sollte. Ich meine klar, es gibt Momente die auch mal anstrengend sind: wenn Du falsche Zähne im Mund hast, die Dir den Gaumen blutig scheuern, weil sie doch nicht so ganz richtig passen, denkt man schon manchmal: Es könnte auch einfacher sein. Aber nein, das ist Quatsch. Wir haben den tollsten Job, den es auf diesem Planeten gibt, der macht einfach mehr Spaß als Spaß selbst.

Stand: 13.11.2012

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