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Filmkritik
Ein Job ist ein Job, sagt sich der erfolglose Theaterschauspieler Alexander (Matthias Schweighöfer). Und da er am Theater schon oft Frauenrollen gespielt hat verwandelt er sich in "Alexandra". Geht so zum Casting für einen großen Hollywoodfilm, der in Berlin gedreht werden soll und schlägt tatsächlich alle Konkurrentinnen aus dem Feld.
Aber kann er in Pumps und ausgestopftem BH auf Dauer überzeugen? Mehr als ihm lieb ist! Sein Kollege Jörg (Max Giermann) beginnt ihn zu begrabschen, auch der exzentrische Regisseur (Joachim Meyerhoff) findet ihn unwiderstehlich, Alex' Ex-Freundin (Susanne Bormann) flippt aus und seine ruppigen Brüder (Detlev Buck, Maximilian Brückner) und deren durch geknallter Kumpel (Denis Moschitto) mischen das Filmset auf. Alex würde seine falsche Bob-Frisur am liebsten an den Nagel hängen, wenn es nicht längst zu spät wäre – er hat sich unsterblich in seine Film-Partnerin verliebt: Superstar Sarah Voss (Alexandra Maria Lara), die glaubt, in Alex alias Alexandra eine neue, beste Freundin gefunden zu haben. Das kann nicht gut gehen
Die größte Angst bei einem Film wie diesem sei gleich vorweg genommen: Nein, es handelt sich NICHT um die X-te Neuauflage des Klassikers "Charleys Tante". Dafür hat Regisseur Detlev Buck mit zu viel Fingerspitzengefühl an den einzelnen Rollen gearbeitet, dafür hat der Filme nahezu keine Klamauk Inhalte und ist viel zu sehr Maßgeschneidert auf eine Komödie von 2011: Kompliment daher auch an die zurzeit gefragteste, deutsche Drehbuchautorin Annika Decker ("Keinohrhasen", "Zweiohrküken2"). Ein deutscher Schauspieler, der auf Bühnen Frauen spielt und genau deshalb ein Rollenangebot aus Hollywood bekommt – eben weil man ihn für eine Frau hält. Dass dieser Film dann auch noch ausgerechnet eine (natürlich gewollt ganz schlechte) Nazi-Klamotte ist macht die Gesamtsituation noch absurder: Der Film im Film parodiert sozusagen das gängige Klischee: Hollywood kommt nach Deutschland, um hier mit deutschen Schauspielern Nazifilme zu drehen.
Dass man dafür ausgerechnet Alexandra Maria Lara gewinnen konnte, ist ein weiterer Geniestreich Bucks, sie zeigt hier wieder einmal das große komödiantische Talent, das sie eben auch besitzt. Matthias Schweighöfer spielt indes nicht nur seine Männerrolle im Film gewohnt souverän (eine klassische Schweighöfer-Rolle) sondern überzeugt auch als Frau auf ganzer Linie. Eben nicht permanent überkandidelt und ins Lächerliche gezogen, sondern mit ganz feinen, weiblichen Zügen und so angelegt, dass man in jeder Szene trotzdem noch den Mann erkennt, der aus Liebe (und weil er diese Rolle unbedingt will) verzweifelt so tut, als wäre er eine Frau. Herausragend aus dem gesamten Ensemble ist Max Giermann als Jörg, der in dem schlechten Hollywood-Film den wohl absurdesten und gleichzeitig lustigsten Hitler-Darsteller aller Zeiten abliefert. Die Bauchschmerz-Lacher im Film kommen von ihm. Geschichte stimmig, Dialoge gut, Gags auf den Punkt: "Rubbeldiekatz" wird nicht in die Annalen der deutschen Filmgeschichte eingehen, ist aber eine absolut sehenswerte Komödie geworden.
"Rubbeldiekatz"
Komödie, Deutschland, 2011
Regie: Detlev Buck ("Hände weg von Mississippi", "Männerpension")
Darsteller: Matthias Schweighöfer ("Friendship!2, "Keinohrhasen", "Zweiohrküken2), Alexandra Maria Lara ("Wo ist Fred?", "Der Untergang", "Der Vorleser"), Maximilian Brückner ("Resturlaub"), Denis Moschitto ("Chiko", "Kebab Connection"), Milan Peschel ("What A Man", "Hände weg von Mississippi"), Detlev Buck ("Männerpension", "NVA", "Das weiße Band")
Länge: 113 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Start: 15.12.2011




















Bewertungsschema




unterirdisch



mies



mäßig



okay



gut



genial!!!Stand: 15.12.2011
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