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Magazin | Kino
Von Sebastian Ko
Wie gut politisch ambitioniertes Kino sein kann, beweist der neue Film mit Gael García Bernal, der unter anderem auf der Berlinale mit dem Panorama Publikumspreis ausgezeichnet wurde und die spanische Nominierung zum Auslandsoscar 2011 war: "Und dann der Regen" erzählt komplex und gefühlvoll zugleich auf mehreren Ebenen, wie wenig sich an der Ausbeutung der indigenen Bevölkerung seit der Entdeckung durch Christoph Columbus verändert hat.
Eigentlich sind der idealistische Regisseur Sebastián und sein Produzent Costa nur in Bolivien, weil hier die Statisten für ihren ambitionierten Christoph Columbus Film so 'billig' sind. Doch dann geraten sie und ihr Filmteam unversehens in die ganz realen Probleme der indigenen Landbevölkerung. Daniel, einer dieser kostengünstigen Statisten zettelt einen Aufstand im bolivianischen Cochabamba an. Der Grund: Die Wasserversorgung wurde privatisiert und an ein internationales Konsortium verkauft. Zur Preissteigerung von über 300% für Wasser soll jetzt sogar das Auffangen von Regenwasser untersagt werden. Und so gerät das spanische Filmteam mitten hinein Konflikte, die ihren kritischen Film über Christoph Columbus in den Schatten stellen.
Äußerst kunstvoll verzahnt Regisseurin Icíar Bollaín (Blumen aus einer anderen Welt, Öffne meine Augen) die Geschichte der Ausbeutung der indigenen Bevölkerung seit Landung des ersten Amerika Eroberers Columbus mit der immer noch bedrückenden Gegenwart Boliviens, dass die real stattgefundenen Aufstände im Jahr 2000 in der bolivianischen Stadt Cochabamba aufgreift. Dass der Film dabei nicht in seine einzelnen Ebenen zerfällt ist dabei die eigentlich Leistung: Leicht hätten sich die Ebene vom 'Film im Film' Dreh über Columbus, die Ebene über die Probleme bei den Dreharbeiten und die Ebene der dokumentarisch 'echt' wirkende Aufstände gegenseitig aushebeln können, gerade hinsichtlich einer emotionalen Bindung.
Doch Regisseurin Icíar Bollaín kann zum Glück mit Gael García Bernal und Luis Tosar auf zwei ungeheuer starke Darsteller zurückgreifen: Mit Ihnen gerät langsam aber sicher die Schutzbehauptung ins Wanken, dass die Zeit der 'bösen' Kolonialisierung längst Vergangenheit ist, indem sie ganz persönlich ins Schicksal der Indios verwickelt werden. Dabei sind ihre Figuren ambivalent genug, dass "Und dann der Regen" kein simpler Film über 'Gut' und 'Böse' geworden ist, denn obwohl sie einen kritischen Film drehen wollen über Kolumbus, beuten sie selbst die Indios als Statisten aus. Zusammen mit einer starken Kameraarbeit, die die einzelnen Erzählebenen unterstreicht und dem gefühlvollen Soundtrack, ist "Und dann der Regen" mehr als nur politisch korrekter Film, sondern auch ein starkes Drama geworden.
"Und dann der Regen -También la lluvia"
Drama, Mexiko / Spanien / Frankreich 2010
Regie: Icíar Bollaín
Darsteller: Darsteller: Gael García Bernal, Luis Tosar, Juan Carlos Aduviri, Karra Elejalde, Carlos Santos
Länge: 103 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Start: 29. Dezember 2011




















Bewertungsschema




unterirdisch



mies



mäßig



okay



gut



genial!!!Stand: 28.12.2011
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