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Magazin | Endlich Mitwisser
Von Holger Wormer
Wenngleich die schönen und reichen Menschen, die sich im März auf einer Berghütte in der Sonne wärmen, es vielleicht nicht glauben wollen: Im Durchschnitt ist es auf dem Berg tatsächlich kälter als im Tal – als Faustregel kann man sagen, pro 100 Meter Höhendifferenz etwa um ein Grad. Bei feuchter Luft macht es immer noch die Hälfte aus, also ein halbes Grad pro 100 Meter Höhendifferenz.
Um zu verstehen, warum das so ist, muss man sich erst einmal hinunter ins Tal begeben. Dort erwärmt die Sonne beispielsweise den Erdboden und die Luft darüber. Wie man das aus der Wohnung kennt, steigt die warme Luft dann nach oben. Wenn das alles wäre, müsste es daher auf dem Berg eigentlich sogar wärmer sein als im Tal. Anders als in der vielleicht drei Meter hohen Wohnung ändert sich beim Aufstieg der Luft über mehrere hundert Meter aber auch der Luftdruck in der Umgebung. Das führt dann dazu, dass sich die aufsteigende Luft auch noch ausdehnt – schließlich lastet auf ihr weiter oben kein so hoher Druck mehr. Diese Ausdehnung kostet gleichzeitig Energie. Die Folge: Der aufsteigenden Luft wird Energie entzogen und sie wird kälter.
Wer nun glaubt, dass dieses Phänomen den Flachländer aber nun sowieso nicht sonderlich betrifft, muss enttäuscht werden. Denn ein ähnlicher Vorgang spielt sich ebenfalls in fast jedem Haushalt ab: in der Küche. Beim Kühlschrank nutzt man das Phänomen, dass Luft und andere Gase beim Ändern des Drucks auch ihre Temperaturen ändern, um alles darin ein paar Grad frischer zu machen.
Dass es insbesondere nachts auf den Bergen oft besonders kalt wird, hat aber noch einen anderen Grund: Anders als im Tal fällt dort die natürliche Kuscheldecke aus Luft und Wolken dünner aus, so dass die tagsüber auf dem Boden eingesammelte Wärmer schneller wieder abgestrahlt wird als in tieferen Lagen. Die dünnere Isolationsschicht ist übrigens auch mit ein Grund dafür, warum es in klaren Nächten sogar im Flachland besonders kalt wird.
Stand: 08.03.2011
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