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Magazin | Endlich Mitwisser

Wake me up before I go go

Darf man Schlafwandler wecken?

Von Holger Wormer

Wer einen Schlafwandler weckt, riskiert dessen Tod - dieses Gerücht hält sich hartnäckig. Professor Holger erklärt, wieso es nicht stimmt - und was es mit der "schlafwandlerischen Sicherheit" auf sich hat.

Schlafwandler, Rechte: dpaBild vergrößern

Von wegen: schlafwandlerische Sicherheit

Der Glaube, Schlafwandler könnten bereits durch bloßes Aufwecken ernsthaft Schaden nehmen, ist schon ziemlich alt. Italienische Forscher haben diese verbreitete Ansicht sogar einmal anhand alter Opern aus dem 19. Jahrhundert untersucht, bei denen Schlafwandler tragende Rollen spielen. Auch in diesen Stücken lässt man die schlafwandelnden Hauptfiguren lieber schlafen - aus Angst, sie könnten beim Wecken sterben.

Das ist natürlich Quatsch. Und umgekehrt leben Schlafwandler bei ihren nächtlichen Ausflügen reichlich gefährlich: Manche fangen noch recht harmlos damit an, die Wohnung zu putzen, andere stürzen auch schon einmal Treppen hinunter oder essen Schokolade mit samt der Verpackung. Denn Schlafwandler sind zwar wach genug, um sich zu bewegen, aber gleichzeitig sind wesentliche Teile ihres Gehirns eben immer noch völlig weggetreten. Von der angeblichen "schlafwandlerischen Sicherheit" also keine Spur!

Zurück ins Bett!

Die gängigste Empfehlung lautet daher, die Betroffenen - besonders oft übrigens Kinder - wieder vorsichtig in Sicherheit (sprich: zurück ins Bett) zu bringen. Vom Wecken raten Schlafmediziner zwar tatsächlich meist ab, da man nach dem Wecken sonst nur einen sehr verwirrten Menschen betreuen muss, der erst einmal gar nicht weiß, wo er sich befindet. Richtig gefährlich ist das Wecken aber nur, wenn man die Betroffenen dabei erschreckt und sie dann zum Beispiel vor Schreck eine Treppe oder vom Balkon herunterfallen.

Stand: 23.04.2011

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