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Magazin | Netz-Themen
Von Karoline Laarmann
Musikflatrates wie Napster, Spotify oder Musikload haben es vorgemacht, jetzt zieht der digitale Buchmarkt nach: War es bisher nur möglich, einzelne Buchtitel als Download für seinen E-Book-Reader oder Tablet-PC zu kaufen, funktioniert das neue Leseportal Skoobe (rückwärts für "ebooks") wie eine mobile Bibliothek, in der man für einen festen Monatsbeitrag unbegrenzt nach neuem Lesestoff stöbern, ihn ausleihen und wieder zurückgeben kann. Damit macht die Flatrate dem Kauf-Geschäftsmodell von Amazons Kindle & Co echte Konkurrenz.
Allerdings läuft die Skoobe-App zurzeit nur auf dem iOS-Betriebssystem. Wer also kein iPad, iPhone oder iPod touch hat, guckt in die Röhre. Eine Android-Version soll zwar noch dieses Jahr kommen, ein Release-Datum steht aber noch nicht fest. Eine weitere Einschränkung ist die Bezahlung ausschließlich per Kreditkarte. Auch die hat ja nicht jeder. Ansonsten überzeugt die App durch ihre aufgeräumte Struktur und ist ausgesprochen einfach zu bedienen. Auf seinem virtuellen Bücherregal kann man bis zu fünf Schmöker gleichzeitig ausleihen und auch im Offline-Modus nutzen. Features wie persönliche Merklisten und Kommentarfunktionen bringen zusätzlichen Spaß und machen das Leseerlebnis mit anderen teilbar. So kann man die einzelnen Kategorien Belletristik, Sachbuch, Ratgeber, Kinder- und Jugendbuch nach den meistgelesenen oder bestbewerteten Buchtiteln der Skoobe-Community durchforsten.
Sucht man allerdings gezielt nach einem Buchtitel, ist die Frustrationsgrenze schnell erreicht. Zurzeit umfasst die Skoobe-Bibliothek rund 9.000 Bücher. Es kommen zwar jede Woche mehr dazu, trotzdem ist die Auswahl begrenzt. Das liegt vor allem an der Preisbindung auf dem deutschen Buchmarkt. Skoobe ist ein Start-up von Holtzbrinck und Bertelsmann und hat dadurch vorrangig Verlage dieser Medienkonzerne im Rücken. Das erklärt auch, warum sich bis jetzt noch kein anderer Internetdienst an das neue Geschäftsmodell herangewagt hat, obwohl Amazon auch schon fieberhaft an einer ähnlichen Bücher-Flatrate arbeitet.
Dennoch ist das Flatrate-Angebot für 9,99 Euro im Monat Bücher satt, für Hardcore-Leser ein guter Deal. Allerdings gilt das nur für die einjährige Testphase. Ab dem 1. März 2013 darf man dann nur noch zwei Bücher im Monat leihen. Das kann sich immer noch lohnen, wenn man bedenkt, dass Buchtitel aus dem Skoobe-Repertoire wie Michael Crichtons Thriller-Blockbuster "Micro" oder die autorisierte Biografie von Apple-Gründer Steve Jobs im Amazon-Shop jeweils 18,99 Euro und 19,99 Euro kosten. Wegen der positiven Resonanz schließen die Skoobe-Macher auch nicht aus, dass sich die Geschäftsbedingungen noch einmal ändern können.
Stand: 17.04.2012
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