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PROFESSOR HOLGER
Von Holger Wormer
Die Antwort auf diese Frage war sogar schon einmal einen
speziellen Nobelpreis wert: Den so genannten Ig-Nobelpreis, den
eine Wissenschaftlergruppe vor allem für Forschungen vergibt,
die vielleicht besser "nicht wiederholt werden
sollten".
In diesem Falle kam die Forschung von Professor Holgers großem Vorbild Dr. Karl in Australien. Er hat Tausende von Menschen nach ihren Bauchnabelflusen-Erfahrungen befragt – und 4799 haben geantwortet. Das Ergebnis: Zwei Drittel gaben an, Bauchnabelflusen zu haben. Männer sind demnach dreimal so häufig betroffen wie Frauen, und Menschen mit Haaren am Bauch generell deutlich mehr als andere.
Weitere Selbstuntersuchungen eines Chemikers aus Wien an 500 Bauchnabelflusen und auch Experimente im Auftrag der WDR-Kopfball-Redaktion zeigen: Bei den Flusen handelt es sich um Abrieb von T-Shirt, Unterhemd oder sonstiger (vorzugsweise Baumwoll-)Kleidung, die man direkt auf der Haut trägt. Das kann man unter dem Mikroskop deutlich erkennen. Wie aber kommen die Fasern nun von der Kleidung in den Bauchnabel?
Warum sammeln sich im Bauchnabel kleine Flusenballen?
Zunächst muss man sich klar machen, dass die Kleidung bei jeder Bewegung ein wenig über die Haut scheuert. Und das reicht schon aus, um winzige Flusen vom T-Shirt oder Unterhemd abzureiben. Haare auf der Haut scheinen diesen Effekt noch zu verstärken. Und da die Haare am Bauch manchmal wie Straßen oder Serpentinen zum Bauchnabel führen, helfen sie wie kleine Widerhaken offensichtlich auch, einige der Flusen mit jeder Bewegung in diese Richtung zu transportieren. Den Rest erledigt dann der Bauchnabeltrichter, in dem sich die Flusen am Schluss zu den praktischen, herausnehmbaren Knäueln verhaken – die im Durchschnitt übrigens knapp zwei Milligramm wiegen sollen.
Eure Frage an Prof. Holger
Professor Holger - das 1LIVE Mini-LexikonHier könnt ihr alle Antworten von Professor Holger finden
Erfahrt mehr über Professor HolgerLehrstuhl für Wissenschaftsjournalismus der Universität
DortmundStand: 03.03.2010
