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MAGAZIN
Das Internet-Portal Second Life kommt nicht aus den Schlagzeilen raus. Da ginge es zu wie bei Sodom und Gomorrha, die Spielcharaktere würden sich oftmals hemmungslos dem Sex hingeben, so die Kritiker. Das führt wieder zu der Grundsatzfrage: Ist es Pornografie, wenn nicht echte Menschen miteinander Sex haben, sondern nur die Figuren (Avatare), die man in dem Online-Spiel darstellen kann? Und wer entscheidet, was an Second Life gesetzeswidrig ist und was nicht?
Die Experten streiten sich, und es scheint wirklich nicht einfach zu sein, das Rätsel zu lösen, ob und was an Second Life nun anstößig oder gar gesetzeswidrig ist. Die Gesetzeslage ist nicht in allen Ländern eindeutig: Handelt es sich bei den Pixelkopulationen überhaupt um Pornografie? Schließlich sind es lediglich die Avatare, die da Sex haben und keine echten Menschen.
Nach deutschen Recht ist die Lage ziemlich eindeutig: Wenn die Darstellung eine für den Konsumenten eindeutig sexuelle ist (zum Beispiel mit einer erkennbaren Penetration), dann handelt es sich um Pornografie. Und die darf nur Personen über 18 Jahre zugänglich gemacht werden.
Nun läuft Second Life allerdings über Server, die nicht in Deutschland betrieben werden, sondern in Amerika. Da hat die deutsche Justiz keine Handhabe, weil nun einmal auf amerikanischen Servern etwas erzeugt wird, was lediglich nach deutschem Recht Pornografie ist. Und der Gesetzgeber kann nun einmal nicht verhindern, dass jemand aus Deutschland einen amerikanischen Server ansteuert.
Pauken mit dem Pixel-ProfessorIn Second Life gibt es jetzt eine Uni
"Second Life": Realitätsflucht oder Kommunikation
2.0?Das sagen 1LIVE-User zu Second LifeHinzu kommt die Frage nach dem Täter. Der kalifornische Betreiber des Portals "Linden Lab" vertritt den Standpunkt, es werde nur die Möglichkeit geschaffen, die Spielfiguren zu animieren. Die Betreiberer zeigen also von sich aus gar keine Pornografie. Was die Nutzer aus den Möglichkeiten machen, ist demnach deren Sache.
Das heißt in der Logik von "Linden Lab": Nicht Linden Lab ist hier der Veranstalter von Pornografie sondern der Spieler selbst, der seinen Avatar Sex mit einem anderen haben lässt.
Natürlich hätten die Server-Administratoren die Möglichkeit, Nutzer mit ungebührlichem Verhalten zu kicken, abzumahnen oder auszuschließen. Doch warum sollten die ein Interesse daran haben? "Linden Lab" schweigt zu diesem Thema. Die Gründe liegen auf der Hand: Das Angebot bleibt so interessanter - schließlich gilt auch im Netz die alte Erkenntnis: sex sells.
Stand: 06.03.2007
