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Mehr Daten-Sicherheit

1LIVE Klick - die Woche im Netz

Von Sebastian Sonntag

Was machen soziale Netzwerke wie StudiVZ oder Facebook eigentlich mit unseren privaten Daten? Die Antwort ist einfach: Sie wollen Geld damit verdienen. Damit das nicht um jeden Preis und vor allem nicht auf die Kosten der Nutzer geschieht, haben die Verbraucherzentralen die größten sozialen Netzwerke jetzt dazu gebracht, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben. Außerdem: Soziale Netzwerke machen unglücklich und erfolglos und Facebook als Alibi - die Woche im Netz.

Facebook, StudiVZ und Co. unterzeichnen Unterlassungserklärung

Logos verschiedener sozialer Netzwerke, Rechte: dpa Bild vergrößern

Hier gibt es in Zufkunft mehr Datenschutz

Private Daten sind im Netz nicht sicher. Sie können geklaut werden, wie die letzten Angriffe auf das soziale Netzwerk StudiVZ eindrucksvoll bewiesen haben. Durch die Kombination von verschiedenen Datensätzen im Netz kann man mehr über dich erfahren, also du eigentlich angeben wolltest. Und man weiß nie so genau, was die Betreiber der Seiten, bei denen man sich anmeldet, so alles mit den Daten machen.

Gerade soziale Netzwerke wie StudiVZ, Facebook oder wer-kennt-wen.de sind daran interessiert, auf möglichst vielfältigen Wegen Geld aus den privaten Daten zu machen, erklärt der Medienanwalt Dr. Marco Gercke. Deshalb versuchen die sozialen Netzwerke auch immer wieder, die Nutzung dieser Daten durch die Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu erweitern, so Gercke weiter.

Die Verwertung der Daten erfolge außerdem "oft ohne Einwilligung des Nutzers und weit über den eigentlichen Zweck hinaus" kritisiert der Verbraucherzentrale Bundesverband. Deshalb hat der Verband Facebook, MySpace, StudiVZ, Xing lokalisten.de und wer-kennt-wen.de abgemahnt.

StudiVZ Datenschutz-Logo, Rechte: dpa Bild vergrößern

Mit der Aktion "Deine Daten gehören Dir" hat StudiVZ schon mal die richtige Richtung eingeschlagen

Jetzt haben die Netzwerke eingelenkt und sich in einer Unterlasserklärung verpflichtet, die Abschnitte in ihren AGBs und Datenschutzbedingungen, die die Verbraucherschützer kritisiert haben, zu ändern oder zu streichen. Das soll bis Januar 2010 passiert sein. Trotz dieses Erfolgs ist Gerd Billen, der Vorstand der Verbraucherzentrale, enttäuscht über die abwartende Haltung der Netzwerke und hätte sich gewünscht, das diese auch von allein aktiv geworden wären.

Nur StudiVZ hat bereits Ende Juli mit der Aktion "Deine Daten gehören Dir" schon einige der Forderungen der Verbrauchtzentralen umgesetzt. So versichert StudiVZ seitdem, dass zum Beispiel die Daten von gelöschten Profilen wirklich restlos entfernt werden. StudiVZ hatte aber einen Imagewechsel in dem Bereich auch dringend nötig, da es in der Vergangenheit für den Umgang mit Nutzerdaten oft kritisiert wurde.

Soziale Netzwerke machen unglücklich und erfolglos

Der Numa-Numa-Mann, Rechte: screenshot Bild vergrößern

Der typischen Nutzer von Sozialen Netzwerken erfolglos? Der "Numa-Numa-Junge" hat es auf jeden Fall zu was gebracht.

Was sind das eigentlich für Typen, die egal ob sie gerade im Bus oder in der Uni sitzen oder mal schnell in der Mittagspause der Welt per Twitter oder Statusnachricht in Facebook oder StudiVZ mitteilen, dass der Prof gerade echt langweilig ist oder was es in der Kantine zu essen gab. Diese Frage haben sich auch Anett Cepela und Bertolt Meyer von der Uni Zürich gestellt. Beide sind Sozialpsychologen und haben in einem Versuch 1.000 Leute zu ihrem Verhalten im Netz befragt. Und dabei kam Erstaunliches heraus.

Nicht so erstaunlich ist, dass Leute, die intensiv in sozialen Netzwerken engagiert sind, in der Regel ich-bezogene, extrovertierte Menschen sind. Erstaunlich ist allerdings, dass die Leute, die nicht bei Facebook oder StudiVZ sind, scheinbar glücklicher sind. "Die durchschnittliche Lebenszufriedenheit zwischen Nutzern und Nicht-Nutzern unterscheidet sich leicht zugunsten der Nicht-Nutzer", so Bertolt Meyer.

Die Schlussfolgerung, die aber am meisten überrascht: Nicht-Nutzer haben mehr Erfolg im Beruf. Das verwundert, da gerade Networking für viele Jobs mittlerweile eine der wichtigsten Kompetenzen ist und man sollte meinen, wenn das im privaten funktioniert, sollte dem beruflichen Erfolg nichts im Weg stehen. Die beiden Forscher kommen zu diesem Schluss, da ein Ergebnis der Studie aussagt, dass Nicht-Nutzer von sozialen Netzwerken gewissenhafter sind als Nutzer. Das wiederum ist direkt mit beruflichen Erfolg verknüpft. Man müsse die Ergebnisse der Studie wegen der eher geringen Anzahl der Befragten aber mit Vorsicht genießen, erklärt Bertholt Meyer. Deshalb wollen die beiden Psychologen auch in dieser Richtung weiterforschen.

Facebook als Alibi

schwarze Hände vor Facebookseite, Rechte: dpa Bild vergrößern

"Guck! Ich war in Facebook Herr Richter!"

"Wo ist mein Pfannenkuchen?" Diesen Satz schreibt der 19-jährige Rodney Bradford aus New York als Statusmeldung in sein Facebookprofil. Zu diesem Zeitpunkt wusste er noch nicht, dass ihn dieser Satz mal vor 25 Jahren Gefängnis bewahren würde. Die gibt es nämlich für einen bewaffneten Raubüberfall.

Wie es der Zufall wollte, wurde zur gleichen Zeit, als Rodney seinen Facebookstatus aktualisiert hat, ein Luxusaparment ausgeraubt. Die Polizei glaubte, dass Rodney einer der Diebe war und nahm ihn fest. Vor Gericht beteuerte Rodney natürlich seine Unschuld und erzählte dem Richter, dass er vor Rechner gesessen hätte zu dieser Zeit. Der Richter erkundigte sich bei Facebook und kam - wohl auch weil der Facebook-Kommentar in einem ungewöhnlichen aber für Rodney typischen Slang geschrieben war - zum Ergebnis, dass Rodney tatsächlich vor dem Computer gesessen haben muss.

So wurde Rodney nach 13 Tagen Untersuchungshaft wieder frei gelassen, weil ihm Facebook ein Alibi verschafft hat. Ob dieser Fall aber ein Vorbild für ähnliche Prozesse sein kann, wird noch disktuiert. Schließlich kann ja jeder, der die Benutzerdaten für ein Profil hat, das Profil auch ändern, mal abgesehen von der Tatsache, dass man auch fast mit jeden Handy von jedem Ort seinen Statusnachricht ändern kann. Auch aus einem Luxusapartment das man gerade ausraubt.

Stand: 15.11.2009

PLAYLIST AKTUELL

Uhrzeit 18:34:12Uhr
InterpretMoby
Titel"Disco Lies"
Uhrzeit 18:30:43Uhr
InterpretTrain
Titel"Hey soul sister"




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