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Davids gegen Goliaths
1LIVE KLICK
Von Dennis Horn
Die kleine, strubbelige Susan
Boyle ist der Klickmagnet 2009 bei YouTube. Die kleinen Browser können dem Internet Explorer ab März noch mehr Anteile
abjagen. Und die kleinen Städte im Sektor wehren sich gegen
Google. Die Woche im Netz
in 1LIVE Klick.
David Nummer eins: Susan Boyle. Sie ist in Großbritannien in der Castingshow "Britain's Got Talent" aufgetreten. Dort ist sie jetzt ein großer Star, wovon ein bisschen auch nach Deutschland geschwappt ist. Mit diesem Auftritt hat Susan Boyle es 2009 zum meistangesehenen Video bei YouTube geschafft. 120 Millionen Klicks hat das Videoportal für den Clip gezählt, in dem sie vor der Jury auftritt, in ihrem tristen Sackkleid und mit strubbeligen Haaren nicht gerade wie ein Star aussieht und dann alle an die Wand singt
Platz zwei geht an das Video "David After Dentist", in dem ein völlig verwirrter Junge nach der Narkose beim Zahnarzt zu sehen ist. Er sitzt auf dem Rücksitz eines Autos und stellt Fragen wie: "Is this real life?" Der Papa hält währenddessen schön mit der Kamera drauf.
Platz drei geht an die Aufnahme einer Hochzeit in einer Kirche in den USA. Das Paar kommt nicht ganz klassisch herein, sondern tanzt den Weg zum Altar wie in einem Musical.
David Nummer zwei: die vielen Browser, die gegen den Internet Explorer antreten. Ab Mitte März werden sie dem Microsoft-Browser vielleicht weitere Anteile abjagen, denn Microsoft muss sein Betriebssystem Windows mehr für andere Browser öffnen. Die meisten Nutzer arbeiten mit dem vorinstallierten Internet Explorer; bald müssen sie auswählen. Viele werden dann wahrscheinlich zum ersten Mal sehen, dass es überhaupt andere Browser gibt.
Die EU-Kommission war der Meinung, dass Microsoft ausnutzt, dass fast jeder PC mit Windows als Betriebssystem arbeitet, um so den Internet Explorer durchzudrücken. Wer nicht schon einen anderen Browser installiert hat, bekommt nun ab März eine Meldung mit einer Auswahl an Alternativen wie Firefox, Safari, Chrome oder Opera angezeigt. Die EU-Kommission stellt dafür das Wettbewerbsverfahren gegen Microsoft ein.
David Nummer drei: Städte wie Ratingen, Mettmann oder Meckenheim. Sie versuchen, das Google-Street-View-Auto von ihren Straßen fernzuhalten. Google Street View ist eine 360-Grad-Ansicht des Straßennetzes, das man online abgehen und alle Häuser sehen kann. Google fotografiert dafür seit anderthalb Jahren in einem Auto mit Kamera obendrauf Deutschlands Straßen. Deshalb gibt es Diskussionen um den Datenschutz, weil auch Gesichter von Passanten oder Autokennzeichen zu sehen sind.
Die Stadt Ratingen hat schon entschieden: Wenn Google bei uns fotografieren will, fällt eine Gebühr an, und zwar über 20 Euro pro Kilometer Straße. Das bedeutet für Ratingen insgesamt etwa 6.000 Euro. Auch in anderen Städten denken Politiker jetzt über diese Gebühr nach, zum Beispiel in Mettmann oder Meckenheim. Google bleibt ruhig: Man nehme ganz normal am Straßenverkehr teil und schieße dabei Fotos vom Autodach - das sei rechtlich völlig in Ordnung. Google will diese Gebühr also nicht zahlen.
Stand: 27.12.2009
