Skiplinks / Sprungmarken
Sie befinden sich hier:
WDR.de
1LIVE
Multimedia
China ohne Google?
1LIVE KLICK
Von Sebastian Sonntag
In China sind mit 300 Millionen mehr Menschen online also
woanders auf der Welt. Die dürfen aber noch lange nicht alles
im Netz sehen. Die Inhalte werden nämlich von der chinesischen
Regierung zensiert. Google will da jetzt nicht mehr mitmachen. Der
Grund: ein Hackerangriff auf Google, der von chinesischen Rechner
ausging. Außerdem: Urheberechtspauschale für Computer
beschlossen und die Post erfindet die analoge Mail. 1LIVE Klick -
die Woche im Netz.
Seit vier Jahren googlen auch die Chinesen - auch wenn Google dabei ihre eigene Firmenphilosophie verrät: "Don't be evil". Genau wie alle anderen Suchmaschinen auf dem chinesischen Markt hat sich nämlich auch Google bereit erklärt, die Internetzensur der chinesischen Regierung zu unterstützen.
Damit soll jetzt aber Schluss sein, verkündet die Firma auf ihrem Unternehmensblog. Der Grund: eine aufwendige Hackerattakte, bei der gezielt Google-Konten von Regierungskritikern und Menschrechtaktivisten Angriffen wurden. So sollen über einen längeren Zeitraum Mails von Kritikern der Internetzensur in Europa, Amerika und China mitgelesen worden sein. Google-Justiziar David Drummond erklärt zwar, dass man bisher nur nachverfolgen kann, dass die Angriffe aus China kamen, schließt aber nicht aus, dass die Chinesische Regierung dahinter stecken könnte.
Dass da tatsächlich die chinesische Regierung hinter stecken könnte, glaubt mittlerweile auch die amerikanische Regierung. US-Außenministerin Hillary Clinton hat die chinesische Regierung aufgefordert, die Vorfälle zu erklären. Die kalifornische Kongressabgeordnete und Geheindienstexpertin Anna Eshoo sieht in den Angriffen sogar eine ernstzunehmende Gefahr für die nationale Sicherheit.
Also zieht Google die Konsequenzen und will nicht mehr mitmachen bei der Internetzensur. Dass das zur Abschaltung der chinesischen Googleseite führen kann ist David Drummond bewusst und auch, dass damit die mittlerweile 700 Mitarbeiter in China ihren Job verlieren würden.
Lob für diese Entscheidung gab es von Menschenrechtsorganisationen. Es gibt aber auch Leute, die das ganze für eine geschickte PR-Aktion halten. Google ist nämlich ausgerechnet in dem Land, in dem es die meisten Internnutzer gibt, nicht die Nummer Eins im Suchgeschäft. Da trohnt die, auch für Google kaum noch einzuholende asiatische Suchmaschine Baidu. Vielleicht steckt also tatsächlich eine geschickte Marketingkampagne hinter dem Rückzug.
In Deutschland gibt es ein Recht auf Privatkopie. Das besagt, dass ich meinen Freunden zum Beispiel eine CD, die ich gekauft habe, kopieren darf, ohne dass ich mich strafbar mache. Um diese Privatkopien von Musik, Texten oder Filmen zu finanzieren, zahlen die Hersteller von Video- oder DVD-Recordern, von Kassettendecks oder auch von Druckern eine Urheberrechtsabgabe.
Auch mit Computer kann man private Kopien anfertigen, egal ob als gebrannte CD oder DVD oder also digitale Kopie, die man übers Netz an Freunde schickt. Deshalb will die Zentrale Prüfstelle für private Überspielrechte schon länger eine solche Abgabe auch für die Hersteller von Computern einführen. Die haben sich allerdings bisher dagegen gewehrt.
Nach vielen Verhandlungen und Verfahren gibt es jetzt eine Einigung. Die Computerhersteller haben sich bereit erklärt, für jeden Rechner mit Brenner 13,65 Euro und ohne Brenner 12,50 Euro zu zahlen - und das rückwirkend zum 1. Januar 2008. Das eingenommene Geld wird dann nach Abzug von Verwaltungskosten auf Künstler und Produzenten von Kulturgütern verteilt. Ab jetzt können wir also mit guten Gewissen auch am Rechner Privatkopien anfertigen.
Eigentlich sollte man meinen der Post geht es gut. Immerhin ist sie immer noch der wichtigste Anbieter von Briefen in Deutschland. Das Problem ist nur, es verschickt kaum noch jemand Briefe, seit es die E-Mail gibt. Die ist schneller getippt und auch noch kostenlos.
Ende der 90iger Jahre hat die Post es dann auch mal damit versucht. Epost hieß der Versuch, war aber nicht wirklich erfolgreich. Jetzt versuchen sie es noch einmal mit dem Hybrid Online Brief. Den schreibt man bequem am PC und schickt ihn dann wie eine Mail an die Post. Die druckt den dann aus, tütet ihn ein und verschickt ihn als normalen Brief. Der Vorteil: der Hybrid Online Brief ist billiger. Er kostet nämlich statt 55 Cent für einen normalen Brief nur 46 Cent. Es wird auch einen Kompaktbrief, der dann ein wenig dicker sein darf, für 73 Cent geben und einen Großbrief für 1,19 Euro.
Kommen solle der Hybridbrief schon in einigen Wochen und das wird der erste Schritt vom neuen Briefkonzept der Post sein. Im Sommer soll dann noch ein datengeschützer digitaler Brief kommen, der dann vollständig übers Internet verschickt wird, aber die gleiche Rechtsgültigkeit wie ein Brief aus Papier haben soll.
Die Zielgruppe für beide Konzepte werden da aber eher Unternehmen sein, die wirklich etwas per Post verschicken müssen. Wir Privatanwender werde da vermutlich eher bei der Mail bleiben, denn die ist ja immer noch 46 Cent billiger also der günstiges Hybrid Online Brief.
Stand: 16.01.2010
