Skiplinks / Sprungmarken
Sie befinden sich hier:
WDR.de
1LIVE
Multimedia
eBay macht den Rückzieher
1LIVE KLICK
Von Dennis Horn
Der Protest war riesig. Jetzt schafft eBay die Pflicht zum Gratisversand wieder ab - und
setzt Verkäufern gleichzeitig neue Regeln. Außerdem:
Wikileaks stellt den
Betrieb ein, und Verbraucherschützer warnen vor Farmville. Die Woche im Netz.
Das große Unternehmen hört auf den kleinen Nutzer: eBay schafft die Pflicht zum Gratisversand wieder ab.
Noch im vergangenen Sommer hat eBay neue Regeln eingeführt. Dazu gehört, dass man seitdem als Verkäufer keine Versandkosten mehr berechnen darf. Wer also bei eBay ein Buch für nur einen Euro verkauft, darf für den Versand nichts zusätzlich kassieren. Unter den Nutzern hat diese Pflicht zum Gratisversand zu einer Welle an Protesten geführt, weil viele Verkäufe zu einem echten Minusgeschäft geworden sind. Nutzer haben deshalb auch gedroht, eBay zu verlassen.
Das Online-Auktionshaus rudert jetzt wieder zurück: Ab Montag (08.02.2010) wird es noch einmal neue Regeln geben. Die Nutzer dürfen ab dann auch wieder Versandkosten berechnen, und zwar bis zu sieben Euro. Mehr ist aber nicht drin, denn eBay will mit dieser Grenze auch gegen Verkäufer vorgehen, die den Preis durch sehr hohe Versandkosten künstlich nach oben treiben.
Wikileaks klingt nach Wikipedia, hat damit aber nichts zu tun: Wikileaks ist eine Website, auf der bisher rund 1,2 Millionen zum Teil brisante Dokumente veröffentlicht worden sind. Die Betreiber haben aber Geldprobleme und Wikileaks deshalb vom Netz genommen. Zu lesen ist dort im Moment: "Uns liegen Hunderttausende Dokumentseiten über korrupte Banken, über US-Gefangenenlager, den Irak-Krieg, China, die UN und über so viele andere vor. Wir können sie im Moment nur nicht veröffentlichen. Sie können das ändern - und damit auch die Welt verändern. Schon mit zehn Dollar machen Sie es möglich, dass wir eins dieser Dokumente in die Hände von Zehntausenden geben."
Nach eigener Aussage hat Wikileaks fünf feste und rund 800 freie Mitarbeiter. Alle erledigen diese die zum Teil gefährliche Arbeit unbezahlt und sind offenbar nicht mehr dazu bereit, dieses Risiko einzugehen, ohne Geld dafür zu bekommen. 130.000 Dollar sind bisher an Spendengeldern zusammengekommen. Wikileaks schätzt die Betriebskosten aber auf 200.000 Dollar im Jahr, mit Personalkosten komme man auf 600.000 Dollar.
Wikileaks hatte in Deutschland zuletzt in der Kundus-Affäre Schlagzeilen gemacht. Die Macher hatten geheime Dokumente zur Tanklaster-Bombardierung der Bundeswehr in Afghanistan online gestellt.
Eine süße Idylle: der eigene Bauernhof in Farmville. Dahinter steckt eine Firma, die mit diesem Spiel viel Geld verdient.
Es gibt zwei Typen von Nutzern in Facebook: die einen, die mitmachen, und die anderen, die ausflippen, wenn jemand sie zu Farmville einlädt. Farmville ist eigentlich ein süßes Spiel: Du besitzt deine eigene kleine Farm, bestellst die Felder, melkst die Kühe, baust dir ein Häuschen. Die Nutzerzahlen dieses Minispiels in Facebook explodieren zurzeit - 75 Millionen Menschen machen bisher mit.
Es gibt zwei Wege, in Farmville weit zu kommen: erstens, indem man das, was auf seiner Farm wächst, verkauft. Oder indem man zahlt - und zwar echtes Geld. Dazu gibt man als Nutzer seine Zahlungsinformationen in den Farmville-Einstellungen an. Einigen Spielern in den USA ist danach aber angeblich unerlaubt Geld abgebucht worden.
Verbraucherschützer warnen außerdem vor dem Spiel, weil die Firma Zynga, die Farmville programmiert hat, unendlich viele Daten sammelt und nicht wieder löscht, natürlich zu Werbezwecken. Es geht dabei zum Beispiel um Profilinformationen oder Fotos, nicht nur von den Mitspielern selbst, sondern auch von deren Freunden in Facebook. Henry Krasemann vom Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig-Holstein ist nicht sicher, ob man dagegen rechtlich vorgehen kann. Immerhin willigen die Spieler auch in die Nutzung der Daten ein. Jedem sollte deshalb klar sein, dass Farmville für Zynga eben mehr ist als nur dieses kleine, süße Spiel.
Stand: 03.02.2010
