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Musik | Extras

Flop für die Künstler?

Musikstreaming im Internet

Von Frank Karch

Spotify, Simfy, Napster, Juke, Deezer, Rdio - Musik-Streaming-Dienste werden immer zahlreicher und immer populärer. Das Prinzip ist einfach: Gegen eine monatliche Gebühr von etwa zehn Euro kann man per Rechner oder Smartphone auf Millionen von Songs online zugreifen. Bands und Künstler profitieren finanziell allerdings kaum davon. Die von den Streamingdiensten überwiesenen Beträge reichen oft nicht einmal für eine Pizza beim Stehitaliener.

Die Vergütung pro abgerufenem Song bewegt sich im Zehntel-Cent-Bereich. Die Berliner Indieband Bodi Bill hat ihre Zahlen veröffentlicht und dabei kam für 5.300 Streams im Monat November 2011 der Betrag von gerade mal 6,20 Euro zusammen. Lächerlich wenig, und trotzdem machen die meisten Künstler bei dem neuen Geschäftsmodell mit.

Zurück in die Legalität gestreamt

Moonbootica, Rechte: MoonboutiqueBild vergrößern

Moonbootica bieten ihre Musik im Stream an

Das hat einen handfesten Grund, sagt der Hamburger Musikmanager Ekki Klages, der sich unter anderem um Moonbootica kümmert: "Im Prinzip ist jeder Stream besser als jeder illegale Download, weil die Künstler daran partizipieren. Finanziell momentan natürlich noch in einem so geringen Maße, dass das eigentlich zu vernachlässigen ist. Man kann an der Stelle nur hoffen, dass nach hinten raus möglichst viele Leute diesen Dienst benutzen, damit es sich dann irgendwann über die Masse lohnt." Das ist auch das Argument der Streaming-Anbieter, die sagen: Liebe Künstler und Plattenfirmen, ihr habt in den vergangenen Jahren eine ganze Generation an Musikkäufern an die Illegalität verloren. Mit dem Streaming-Modell holen wir sie zurück in den legalen Musikmarkt.

Rettung oder Untergang?

Bodi Bill, Rechte: SinnbusBild vergrößern

Auch Bodi Bill nutzen Streamingangebote

Für die einen ist Streaming also die Rettung der Musikindustrie für andere deren Untergang. Denn viele fürchten - vermutlich nicht zu Unrecht - dass der Musikverkauf auf Tonträgern sich dadurch in einigen Jahren erledigt haben wird. Einige Bands wie Die Toten Hosen oder Die Ärzte sucht man vergeblich auf den Streaming-Portalen, andere Künstler reagieren abwartend, indem sie nur einen Teil ihres Repertoires zum Streaming freigeben. So zum Beispiel auch Bosse. Bei ihm kümmert sich Manager Frank Pagen um das Thema.

"Auf der Basis der bisher bekannten Zahlen aus dem Ausland sehen viele Künstler die finanzielle Seite des Streamings noch skeptisch und so hat auch Bosse erst einen Teil seiner Alben für das Streaming freigegeben. Wir wollen damit erstmal testen, wie sich die Beteiligung der Künstler an den Streaming-Diensten entwickeln wird."

Das erinnert stark an die Situation vor zehn Jahren, als MP3 als Massentonträger einfach nicht mehr aufzuhalten war. Auch damals scheuten viele Künstler die Freigabe ihrer Songs für legale Download-Portale, weil sie Angst um die Erlöse aus dem Verkauf von physischen Tonträgern hatten. Zu Recht, denn vergleicht man die Einkünfte pro Song verdient ein Künstler pro verkaufter Maxi-CD 40-80 Cent. pro MP3-Download nur 13 Cent - und jetzt pro Stream nur noch 0,1 Cent. Das sorgt natürlich erst einmal für Verunsicherung.

Auf die Bekanntheit kommt es an

Vergessen wird bei dieser Diskussion aber oft, dass es heute sehr viel einfacher ist, Musik zu verbreiten. Und am Ende ist Bekanntheit die Währung, auf die es ankommt. Denn Bekanntheit steigert die Wertigkeit der Ware, also der Musik. Egal ob Indieband, Popkünstler oder DJ - je bekannter der Künstler, umso mehr Konzerte kann er spielen, umso größer ist die Chance, im Radio zu laufen, umso öfter werden seine Videos angeklickt, umso mehr Fanartikel kann er verkaufen.

Oliver Koletzki, Rechte: UniversalBild vergrößern

DJ und Produzent Oliver Koletzki verdient wenig an Tonträgern

Der Berliner DJ und Produzent Oliver Koletzki sagte kürzlich im RBB, dass die Einkünfte aus Tonträgern gerade mal fünf Prozent seines Gesamteinkommens ausmachten. Rechnet man die Zahlen aus dem Beispiel von Bodi Bill hoch, muss man sich um erfolgreiche und bekannte Künstler nicht wirklich Sorgen machen. Vom Musikverkauf alleine zu leben, wird in Zukuft sicher schwieriger, aber unter dem Strich wird das Nutzerverhalten die Regeln bestimmen. Blickt man zum Beispiel nach Schweden an - dort streamen 85 Prozent der 16- bis 25-Jährigen ihre Musik - dann ist die Richtung klar. In dieser Größenordung lohnt sich das Streaming finanziell dann auch für alle Beteiligten.

Stand: 29.03.2012

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