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Musik | Extras

Copying kills music?

Serie zum Thema Urheberrecht

Von Inga Hinnenkamp

Eine Musikkassette in Totenkopf-Optik, darüber der Satz "Hometaping is killing music". Die 80er-Kampagne der britischen Musikindustrie wirkt in Zeiten digitaler Downloads fast niedlich. Kopien sind für die Industrie schon lange ein Problem. Doch wie ernst ist die Situation wirklich?

Kassette, Rechte: mauritius images/superstockBild vergrößern

Mit dem Mixtape wurde "music on demand" geboren

Der Journalist Dirk von Gehlen hat die Geschichte der Musikkopie in seinem Buch "Lob der Kopie" aufgerollt und dabei festgestellt: Angst vor Kopien und damit verbundenen Umsatzeinbußen hatte die Musikindustrie sogar schon in den 40er-Jahren. Damals wurden Jukeboxen in Kneipen und Gaststätten immer populärer. Das Prinzip: Gäste werfen Geld ein und dürfen dafür ihren Lieblingstitel hören. Trotz der Angst, dass angesichts dieses Vorläufers der "music on demand" – also Musik auf Abruf – nun keiner mehr Tonträger kaufen würde, hat die Industrie überlebt.

Mit der Verbreitung der Leerkassetten kam die nächste Welle der Angst. Nun musste der Musikliebhaber nicht mal mehr in eine Gaststätte gehen, um seine Lieblingstitel zu hören. Ein Nachmittag vor dem Radio, den Finger auf der Aufnahmetaste bereit, reichte aus um sich sein eigenes Mixtape zusammenzustellen.

Die Digitalisierung versetzte der Musikindustrie einen Schock.

Was sind GEMA und GVL?

GEMA und GVL sind Verwertungsgesellschaften. Sie sorgen dafür, dass Komponisten, Texter, Interpreten oder Produzenten bezahlt werden, wenn deren Songs kommerziell genutzt werden - wenn sie zum Beispiel im Café, auf Partys oder im Radio gespielt werden. Wer die Songs von GEMA- und GVL-Mitgliedern kommerziell nutzen will, zahlt dafür Lizenzgebühren.

Damit an diesem neuen Markt auch die Musiker teilhaben konnten, wurde eine Abgabe eingeführt, die auf den Preis von Leerkassetten aufgeschlagen und dann an die Künstler weitergegeben wurde. Die sogenannte „Geräte- und Leermedienabgabe“ ist beispielsweise auch im Kaufpreis für CD-Rohlinge, DVD-Brenner, USB-Sticks und sogar Mobiltelefone enthalten. Vom Kaufpreis eines Mobiltelefons sind beispielsweise je nach Ausstattung zwischen zwölf und 36 Euro genau diese Abgabe. Beim Mp3-Player sind es aktuell fünf Euro. Betrag wird stellvertretend für die Künstler an die GEMA weitergeleitet und von der Gesellschaft nach einem bestimmten Schlüssel an die Urheber weitergegeben.

Das Internet und die Digitalisierung versetzten der Musikindustrie den nächsten Schock. Und in der Tat: Die digitale Verbreitung von Musik hat der Industrie einen herben Schlag versetzt. Die fetten Jahre, so mutmaßen Bands wie Die Ärzte und Die Toten Hosen im Gespräch, sind aber nicht nur für reiche Plattenbosse vorbei. Sie sagen gerade jungen, verheißungsvollen Bands eine düstere Zukunft aus.

Über Nacht zum Star mit Facebook und YouTube

Cro wurde über das Internet bekannt, Rechte: groove attackBild vergrößern

Cro wurde über das Internet bekannt

Denn das Modell vieler großer Plattenfirmen sieht so aus, dass sie mit dem Gewinn aus Superacts, wie beispielsweise Lady Gaga, kleine Bands erst einmal mitfinanzieren. Denn auf dem Markt gibt es immer wieder junge Künstler, bei denen die ersten Alben vielleicht nicht so erfolgreich sind und die ein bisschen Anlauf brauchen, um sich zu etablieren und für die Plattenfirmen zur Einnahmequelle zu werden. Je mehr also die Umsätze mit großen Künstlern einbrechen, desto weniger wären demnach diese Plattenfirmen bereit, in den Nachwuchs zu investieren. Breiti von den Toten Hosen beschreibt das mit folgenden Worten: "Wenn eine Plattenfirma nachrechnet und die nur an den Plattenverkäufen verdient, dann überlegen die sich zehnmal, ob sie einen Künstler unterstützen. Und das ist eine totale Behinderung für hoffnungsvolle Bands, überhaupt an den Start zu kommen."

Bands müssten sich heutzutage selbst ins Gespräch bringen und viel Aufwand betreiben, ergo Zeit und Geld investieren, um sich das Vertrauen der Plattenlabels zu erarbeiten. Cro ist da ein gutes Beispiel, inwieweit ein Künstler auf diesem Weg auch vom Internet und digitaler Verbreitung profitieren kann: Der junge Stuttgarter ist über das soziale Netzwerk Facebook und die Plattform YouTube bekannt geworden. Bis dahin hat er vermutlich kaum Geld mit seiner Musik verdient. Allerdings hat er so die Marke "Cro" geschaffen und kann daraus nun Kapital schlagen.

Die GEMA soll das Problem lösen

GEMA, Rechte: dpaBild vergrößern

Die GEMA vertritt die Interessen der Künstler

Allerdings sind es nicht nur eingebrochene Plattenverkäufe, die den Musikmarkt schwächen. Bands wie Jupiter Jones, Die Ärzte und Die Toten Hosen erheben über die "Geräte- und Leermedienabgabe" hinaus Anspruch auf das Geld, das Konzerne wie Google (Youtube) mit ihrer Musik verdienen. "Wenn man sich da auf eine Formel einigen könnte, dass sie angemessene Beträge bezahlen an die nationalen Verwertungsgesellschaften, in Deutschland zum Beispiel die GEMA, die könnte das dann nach einem angemessenen Schlüssel verteilen, dann wären alle glücklich" mutmaßt Breiti. Grund zur Hoffnung hat er, schließlich hat das bei der Leerkassette ja auch schon funktioniert.

Stand: 24.04.2012

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