Skiplinks / Sprungmarken


On Air

Olli Briesch & Michael Imhof; Rechte: WDR

Olli Briesch & Michael Imhof




Sie befinden sich hier:Link: WDR.deLink: 1LIVELink: MusikLink: An Awesome Wave


Musik | Extras

An Awesome Wave

1LIVE Plan B Platte des Jahres: Alt-J

Von Jochen Schliemann

Trotz teils namhafter und gehypter Konkurrenz schaffte es 2012 eine junge, ziemlich nerdige Band aus England auf den Thron, der da heißt: Platte des Jahres! Alt-J mit ihrem Debüt "An Awesome Wave".

Alt-J, Rechte: pias uk/ infectious/ rough tradeBild vergrößern

Heiße Platte: Alt-Js Debüt "An Awesome Wave".

Was braucht eine Platte des Jahres? Hits? Massenerfolg? Große Namen? Einen ordentlichen Hype? Anscheinend nicht. The XX, DIE Band der Stunde, landen auf Platz zwei bei den Abstimmungen zu den 1LIVE Plan B Platten des Jahres 2012. Der neue R'n'B-Stern Frank Ocean folgt auf Platz drei, knapp dahinter Kraftklub, Mumford & Sons oder Deichkind. An dieser Abstimmung beteiligen sich alle unsere Plan-B-Moderatoren, die Musikredaktion sowie einige Chefs und Musik-Reporter.

Und irgendwie hat nach all diesen Stimmenabgaben aus den verschiedensten Richtungen (HipHop, Elektronik, Pop, Rock, U20, Ü30…) eine Platte den Sprung auf Platz 1 geschafft, die definitiv niemand auf dem Zettel hatte, als wir am 1. Januar 2012 in dieses Musikjahr taumelten. Der Hauptgrund ist logisch: Diese Band kannte schlicht keine Sau. Denn sie ist jung, extrem jung, und "An Awesome Wave", ihr Debütalbum, erschien nicht mit großen Trara oder Vorschusslorbeeren anderer Künstler, sondern als eins von vielen 2012.

Alt-J, Rechte: press/ cordyBild vergrößern

Alt-J ist die Tastenkombination auf einer Computer-Tastatur für das Zeichen Delta.

Alt-J, die Tastenkombination auf einer Computer-Tastatur für Δ, sprich: Delta. Klingt nach Nerds. Zeitweise dachten wir hier im Sender, man spreche den Bandnamen auch "Delta" aus. Schließlich taucht das Delta-Zeichen immer wieder auf im Alt-J-Kontext: in ihren kurzfilm-artigen Videos, ihren oft von Büchern oder Filmen inspirierten Texten, ihren Fotos. Tatsächlich, so verriet uns die Band bei einem ersten Besuch im Studio, spricht man ihren Namen "Alt-J" (also die Buchstaben auf Englisch) aus.

Das war nur der Anfang der Irrungen und Wirrungen. "Matilda" hieß der erste Alt-J-Song, der auf unserem Tisch lag - eigentlich ein recht fröhlicher, schluffiger Folksong. Akustikgitarre, eine eingängige Melodie, ein leicht quäkender Gesang zwischen Marcus Mumford und Kermit dem Frosch, aber irgendwie doch anders. Irgendwas war da, brodelte im Hintergrund. Und als dann das Debütalbum, um das es hier geht, endlich im 1LIVE Haus eintrudelte, stellte sich heraus: Alt-J sind tatsächlich einiges mehr als "Matilda".

Alt-J, Rechte: press/ medBild vergrößern

Die Jungs lvon Alt-J liefern musterbeispielhafte Songs mit vielen Stilwendungen.

"Über Musik reden ist wie zu Architektur zu tanzen", sagte Frank Zappa mal. Und "An Awesome Wave" ist ein Musterbeispiel dafür. Wie will man so ein vielseitiges, eigenes und stimmungsvolles Album in Worte fassen? Versuchen wir es mal mit einem einzelnen Song: "Fitzpleasure" - ein Lied mit mehr stilistischen Wendungen, als viele Bands in ihrer gesamten Karriere nicht hinbekommen. Mit mehr Wucht als fast jede Rocknummer und mehr Rhythmus als fast jede Elektroniknummer, die dieses Jahr erschienen sind.

Und das ist nur die eine Seite. Innerhalb von drei Minuten und 39 Sekunden grooven Alt-J wie Hölle und betten uns Sekunden später auf Wolken. Das erstaunliche dabei: Das ganze klingt auch noch wie aus einem Guss, ist fast so etwas wie ein Hit. Es funktioniert im Radio, auf dem Sofa, im Bass-Keller, im Schlumpfhaus... Sowohl unser Klubbing-Moderator und ausgewiesener Elektronik-Liebhaber Mike Litt liebt diesen Song als auch die Rock- und Pop-Fraktion unserer Redaktion.

Alt-J, Rechte: Danny PayneBild vergrößern

Keine schwere Kost, sondern luftiger, angenehmer Sound.

Und jetzt multiplizieren wir bitte all diese Eigenschaften mal 13 und haben in etwa dieses Album umrissen. Mal sind es reine Chorgesänge, mal Instrumental-Ausflüge, mal total griffige Folksongs, mal progressive Popstücke. Mal fühlt man sich wie auf einem nebligen Fluss in Süd-Ost-Asien bei Sonnenaufgang, mal wie im Proberaum der Greenwood-Brüder, nachdem Radiohead beschlossen haben, mal wieder normale Songs zu schreiben. Mal denkt man, man ist direkt verkabelt mit den Gehirnen dreier Soundbastler aus San Francisco beim Herumexperimentieren zwischen HipHop-Beats und Klaviersonaten - alles nie in Form schwerer Kost, sondern trotz aller Inhalte in luftigem, kurzweiligem und angenehmem Sound.

All das hilft allerdings nicht, wenn eines fehlt, und damit sind wir bei einem der wichtigsten Punkte, die eine Band 2012 haben muss: Charakter. Man erkennt Alt-J in dem Meer der neuen, ambitionierten, britischen Bands innerhalb von Sekunden. Das liegt an ihrem Sänger und ihrem ganz eigenen, experimentellen, aber eben doch warmen Sound. Und ganz nebenbei macht diese Band auch noch Videos, die stilistisch über jeden Zweifel erhaben sind. Eigentlich sind das Kurzfilme mit toller Kameraführung, extrem schönen Bildern - nur die Künstler selbst sind kaum zu sehen.

Alt-J, Rechte: Gabriel GreenBild vergrößern

"Vier Jungs, Anfang 20, unscheinbarer als viele im Publikum"

Umso größer dann die Überraschung, wenn sie die Bühne betreten. Vier Jungs, Anfang 20, unscheinbarer als viele im Publikum und noch gar nicht so Recht Herr der Situation, in die sie sich gerade gebracht haben. Hoffnungsträger der Popmusik. Mal im Vorprogramm von Two Door Cinema Club, mal allein in richtig kleinen Läden, mal auf dem Haldern-Festival, das wie so oft eines der ersten Open Airs war, das die Band gebucht hat. Aber jedes Mal, wenn einer aus diesem Haus Alt-J mal wieder live gesehen hat, gibt es ähnliche Nachrichten: Sie sind wieder ein Stück gewachsen. Ebenso wie ihr Debütalbum, das es eigentlich immer noch tut. Mal sehen was 2013 mit ihnen passiert. Vielleicht stehen wir ja erst am Anfang einer Geschichte.

Stand: 24.12.2012

Seite empfehlen:

Über Social Bookmarks

PLAYLIST AKTUELL

Playliste für 1Live
Uhrzeit Interpret und Titel
07:41 David Guetta feat. Sia
She Wolf (Falling To Pieces)
07:41 Beatsteaks
Pass The Message
07:38 Beatsteaks
Pass The Message


Magazin

1LIVE Sektorpass; WDR

1LIVE-Sektorpass

Nicht nur Cro, Stefan Raab und Ailton haben sich den Ball zugespielt und sind damit Teil des längsten Passspiels der Welt. Auch der Sektor hat mitgekickt. Wie lang das Passpiel geworden ist, seht ihr hier. [Sektorpass]

Mehr zur WM


Events

Collage Enio

Eine Nacht, Fünf Radiokonzerte

Mit exklusiven 1LIVE Radiokonzerten der Broilers, Jan Delay, Mando Diao, Mighty Oaks und George Ezra
haben wir bei 1LIVE Eine Nacht in Oberhausen gefeiert. Videos und Bilder gibt's in unserem Special. [Special]


Events

Festival-Publikum; wdr/imago

Der Festival-Sommer 2014

Für manche ist ein Festivalbesuch wie Urlaub. Festivals gibt's schließlich überall auf der Welt. Wir sagen euch, welche Highlights darunter sind, ob es noch Karten gibt, wie teuer sie sind, welche Acts auftreten und was sonst noch wichtig ist. [Festival-Special]

Mehr Festivals



Sendungen

1LIVE Kassettendeck; WDR/dpa/Lehtikuva

Hier spielt die Musik!

Es gibt Sendungen, in denen Musik die einzige Rolle spielt... [mehr]


TAGESÜBERSICHT
00.00 Uhr01.00 Uhr02.00 Uhr03.00 Uhr04.00 Uhr05.00 Uhr06.00 Uhr07.00 Uhr08.00 Uhr09.00 Uhr10.00 Uhr11.00 Uhr12.00 Uhr13.00 Uhr14.00 Uhr15.00 Uhr16.00 Uhr17.00 Uhr18.00 Uhr19.00 Uhr20.00 Uhr21.00 Uhr22.00 Uhr23.00 Uhr
1LIVE Curse
1LIVE Curse: DJ-Set
1LIVE Nacht
Musik und Comedy für den Sektor bei Nacht
1LIVE mit Olli Briesch und dem Imhof
Themen der Sendung: Neues Beatsteaks-Album im Check, Die 2. Bundesliga startet, Cranger Kirmes geht los
1LIVE die Schorn-Show
Der Vormittag in 1LIVE
1LIVE mit Terhoeven und dem Dietz
Der Nachmittag in 1LIVE
1LIVE mit Benne Schröder
1LIVE mit Benne Schröder: Die Themen des Tages im Sektor
1LIVE Klubbing
bis 01:00 Uhr

Startseite WDR.de

1LIVE/WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.

© WDR 2014

Impressum