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PLATTENCHECK
Von Till Haase
Max Herre ist wieder da. Lange hatte man nichts gehört vom
Ex-Aushängeschild und Ex-Frontmann des Freundeskreises. Aber
jetzt kommt er mit einem neuen Album – und sieh' da: aus
dem einstigen HipHopper ist ein Singer/Songwriter geworden.
"Ein geschenkter Tag" ist eine sehr bedächtige, akustisch gehaltene Platte. Blues-Elemente mischen sich mit Soul-Elementen, dazu kommt noch eine Prise Folk. Max singt und spielt Gitarre, zurückhaltend begleitet von einer klassischen Four-Piece-Band: Schlagzeug, Bass, Gitarre und Piano. Die Singer/Songwriter-Nummer hört man aber nicht nur, die kann man auch sehen: Auf dem Album-Cover steht Max mit Dylan-Hut barfuß auf einem Stuhl, auf der Doppel-A-Single ist er ganz alleine von hinten mit einer Gitarre auf dem Rücken zu sehen.
Bisher kannte man Max ja vor allem als HipHopper und als den, der auf seiner letzten Platte "Max Herre" in Richtung Funk, Reggae, Rock experimentiert hat. Das neue Album aber geht definitiv in eine andere Richtung: "Bei meiner letzten Platte habe ich mich als Produzent ausgetobt. Für diese Platte war es mir wichtig, dass es wieder ein Album wird, das irgendwie einen roten Faden hat und das man durchhören kann", sagt er. Keine Ausreißer also, sondern ein Mann, eine Gitarre – und seine Band.
Max Herre: "Ein geschenkter Tag"
(Four Music)
VÖ: 18. September 2009
Die Platte hat er mit seiner Band live eingespielt: Nur ein, zwei Takes, manchmal drei haben die Jungs und er gebraucht. "Normalerweise ist das ja so", erzählt er, "der Schlagzeuger findet den Take besser, der Gitarrist einen ganz anderen, aber irgendwie waren wir uns immer einig, welcher am besten war. Und wenn sich jemand total verhauen hatte, durfte er auch noch mal. Aber das ist natürlich so gut wie nie vorgekommen, weil das einfach super Musiker sind." Rausgekommen ist eine Momentaufnahme – und diesen Live-Charakter hört man der Platte auch an.
Anfang 2007 haben sich Max Herre und Joy Denalane, mit der er zwei Kinder hat, getrennt. Und auch die Texte auf "Ein geschenkter Tag", für die er unter anderem mit Clueso und Sekou vom Freundeskreis zusammengearbeitet hat, klingen oft nach Abschluss. Da heißt es: "Ich les' die Scherben von gestern auf – und merk', sie gehen nicht mehr zusammen." Oder "Ich bin klar" und "Blick nach vorn". Aber von einem Abschluss will Max nichts wissen, eher von einem hoffnungsvollen Blick nach vorn: "Das ist der Tenor des Albums: hoffnungsvoll – eben, wie ich gerne das Leben auch sehen will."

Stand: 17.09.2009
