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PLATTENCHECK
Von Marcel Anders
Das neue Album soll Timbaland die totale Musikweltherrschaft
bringen. Für sein neues Werk konnte der Sandkastenfreund
von Missy
Elliot Gäste wie Justin Timberlake, Fall Out Boy und Sir Elton John verpflichten.
An Selbstbewusstsein mangelt es Timothy Mosley nicht. Im Gegenteil: Der
36-Jährige bezeichnet sich wahlweise als "The King" oder "The Man". Das mag zwar
großkotzig klingen, trifft den Nagel aber auf den Kopf: Der
schwergewichtige Produzent ist so erfolgreich wie kein
zweiter.
Mit Justin Timberlakes
"Futuresex/Lovesounds" und Nelly Furtados "Loose " hat er die
Bestseller 2006 betreut – und nebenher P. Diddy, Snoop Dogg und Busta
Rhymes in die Charts bugsiert. "Ich bin eine
heiße Kartoffel – ich mache den coolsten Scheiß,
den es da draußen gibt." Woran er lange gebastelt hat.
Zunächst als Partner von Pharrell Williams, Magoo und Missy Elliott,
später als R'n'B-Experte für Aaliyah oder Ginuwine.
Jetzt macht sich Timbo selbstständig – und legt ein Soloalbum vor, auf dem er noch weiter in den Pop und Rock vorstößt. Nur: Die großen Namen, die man eigentlich erwartet hätte, birgt "Shock Value" leider nicht. Madonna, Björk, Coldplay und selbst Snoop Dogg & Jay-Z fehlen. Stattdessen fährt Timbo vor allem seine Buddys auf: Justin Timberlake, Missy Elliott, Nelly Furtado und Magoo, mit denen er in verspieltem R'n'B und fetten Beats schwelgt.
"Timbaland Presents: Shock
Value"
(Interscope/Universal)
VÖ: 20. April 2007
Dabei muss er sich den Vorwurf gefallen lassen, in Stücken wie "Give It To Me", "Release", "The Way I Are" oder "Scream" exakt dasselbe aufzufahren, wie bei den Justin- und Nelly-Alben. Was entweder von Kontinuität oder Ideenlosigkeit zeugt. Denn neben viel Durchschnittsware (futuristischer Dancefloor, asiatische Klangsprengsel, triefende Balladen), sind es vor allem die R'n'B/Rock-Mash-ups mit The Hives, Fall Out Boy und She Wants Revenge, die (positiv) aus dem Rahmen fallen.
Eben, weil Timbo hier endlich mal frech, frisch und mutig klingt, über seinen Schatten springt und schlichtweg rockt. Nicht weniger gelungen ist das Duett mit Sir Elton John ("2 Man Show"), bei dem er den Pianoman mehrfach ausbremst. Motto: Ruhig, Brauner, erst wenn Papa "fertig" sagt. So viel Humor und Leichtfüßigkeit hätte man sich bei mehr der 18 Stücke gewünscht. So bleibt es eine relativ durchsichtige Kiste. Schade.
Stand: 20.04.2007
